Dienstag, 13. März 2012, 09.50 Uhr

Vergebene Chance

Das Herren 1 verlor am Donnerstag mit 1:3 gegen in der heimischen Ruebisbachhalle gegen das mit Profis gespickte Team aus Lausanne und vergab eine realistische Chance auf einen Punktgewinn.

Die Ausgangslage hatte sich im Vorfeld auf den ersten Blick klar präsentiert: Auf der einen Seite das Profi-Team aus Lausanne, das den Einzug in die Playoffs erst im letzten Spiel knapp verpasst hatte, auf der anderen Seite die Amateure aus dem Unterland, die nach der Qualifikation lediglich auf dem vorletzten Rang klassiert waren. Der aufmerksame Beobachter hätte sich wohl trotz dieser vermeidlich klaren Fakten vorsichtiger geäussert. Denn Lausanne war zwar aufgrund seines Kaders als Favorit einzustufen, es gab aber einige Faktoren, die zugunsten der Zürcher sprachen. Erstens befand sich das Team um die Trainer Rüdisüli/Koutsogiannakis zu Beginn der Playouts im Aufwind und stand hinter LUC auf dem zweiten Tabellenrang. Zweitens dürfte bei den Westschweizern ein grosser Frust über die verpasste Playoffqualifikation vorhanden sein, den die Unterländer zu ihren Gunsten nutzen wollten. Drittens fand das Spiel am Donnerstagabend um 20.30 Uhr statt, was die Anreise der Gäste weder kürzer noch angenehmer gestaltete. Bereits im Qualifikations-Heimspiel hatte ZuZu gegen Lausanne gross aufgespielt und den ersten Satzgewinn der Saison gegen einen der „Grossen“ verbuchen können.

Auf dem Spielfeld schienen alle diese positiven Faktoren jedoch weniger ins Gewicht zu fallen, als es sich die ZuZu-Fans erhofft hatten. Wie bereits gegen Lutry agierten die Zürcher zu fehlerhaft und vor allem im Angriff zu wenig variantenreich. So konnte das Herren 1 in den ersten beiden Sätzen jeweils bis Satzhälfte mithalten, bevor sich LUC auf die Unterländer Angreifer eingestellt hatte und deren Smashes entweder blocken oder verteidigen konnte. Lausanne selbst blieb dabei zwar nicht fehlerlos, wirkte insgesamt aber ausgewogener und verstand es, in den wichtigen Momenten den Druck entsprechend zu erhöhen. Insbesondere der Amerikaner Stewart bereitete den Unterländern während des gesamten Spiels grosse Mühe. So mussten beide Sätze, trotz zwischenzeitlich gefälligen Abschnitten und Aktionen, relativ klar den Gästen zugestanden werden. Erst im dritten Satz gelang es dem Heimteam, den Spiess umzudrehen – es behielt den Druck am Service und im Angriff aufrecht und verfügte in engen Situationen über einen kühlen Kopf. Plötzlich stand es also 1:2, und der angestrebte Punktegewinn war nur noch einen Satz entfernt. Wer nun aber glaubte, die Unterländer würden nach dem Satzgewinn befreit aufspielen, der wurde nach der ersten technischen Auszeit eines Besseren belehrt: LUC verbuchte 8 Punkte in Serie und konnte uneinholbar in Richtung Matchgewinn wegziehen. Während dieser Serie brachte es das Heimteam trotz grösstenteils guter Annahmen nicht zustande, den Ball im gegnerischen Feld unterzubringen. Sie agierten schlicht zu durchsichtig und fehlerhaft. Am Ende resultierte ein etwas enttäuschendes 1:3 ohne Punktgewinn, der bei Abruf einer guten Leistung zweifelsohne möglich gewesen wäre.

Obwohl die Unterländer ihren zweiten Tabellenrang an Lutry abgeben mussten, geht die Mannschaft frohen Mutes in die Playout-Rückrunde. Denn auch im Rückspiel auswärts in Lausanne rechnet man sich Chancen aus. Und spätestens gegen Lutry (Sonntag 25. März), gegen das noch eine Rechnung offen ist, will man vor vollen Tribünen einen wichtigen Schritt in Richtung vorzeitiger Relegation machen.

Telegramm
Züri Unterland – Lausanne UC I 1:3 (18:25, 20:25, 25:23, 16:25). Ruebisbach. – 60 Zuschauer. – Züri Unterland: Lunardi, Gahr, Schatzmann, Von Deichmann, Heidrich, Gelmi – Libero: Egli. – Einwechslungen: Keller, Merkli, Sturzenegger.

Sponsoren