Dienstag, 11. Dezember 2012, 11.50 Uhr

Hoch und Tiefs im Unterländer Wochenende

Nach längerer Pause hat auch Maximilian von Deichmann den Weg zurück in die Startformation gefunden und gleich mit guten Annahmen überzeugt.

Das Herren 1 des VBC Raiffeisen Züri Unterlands spielte vergangenes Wochenende sein zweites Doppelwochenende. Samstags wie auch sonntags setzte es eine 0:3 Niederlage ab. Die Gegner und der eigene Kopf erwiesen sich einmal mehr als stärker.

Am Samstag gastierte der TV Schönenwerd als klarer Favorit in der Klotener Ruebisbachhalle. Jedoch schien die Mannschaft aus dem Kanton Solothurn zu Beginn des Spiels noch nicht ganz in Kloten angekommen zu sein. Es gestaltete sich ein offener und volleyballerisch nicht tiefstehender Schlagabtausch, bei dem sich Schönenwerd schwer tat das eigne Spiel aufzuziehen und Unterland auf der anderen Seite munter und befreit mitspielte und dem Favoriten mehr als Paroli bot. Jedoch konnte sich keines der beiden Teams entscheidend vom Gegner absetzen, was zu einer Verlängerung des ersten Satzes führte. Unterland musste mehrere Satzbälle abwehren und konnte ihrerseits einen Spielball nicht nützen bevor Schönenwerd seiner Rolle gerecht wurde und den ersten Satz mit 29:27 für sich buchen konnte.

Die Zürcher rochen Lunte. Einem Schönenwerd in dieser Verfassung konnte mindestens ein oder sogar zwei Sätze abgeluchst werden. Umso konzentrierter und motivierter wollte man den zweiten Spielabschnitt angehen, doch wurden die Ambitionen abrupt und konsequent unterbunden. Schnell mal lag Schönenwerd mit vier bis fünf Punkten in Front. Und diesem Rückstand rannte das Zürcher Team den ganzen Satz trotz teilweisen sehr guten und spektakulären Bällen nach. So ging auch der zweite Satz an die Gäste, welche nun langsam aber sicher zu einer gewissen Konstanz gefunden haben ohne jedoch restlos zu überzeugen.

Der dritte Satz ist eine kurze Geschichte und schnell erzählt. Durch Unsicherheit im Spielaufbau und vielen Eigenfehler schenkte Unterland den dritten Satz den Solothurner und wiesen so unbeabsichtigt auf das kommende Weihnachten hin. Schönenwerd nahm dankend an und verliess die Spielhalle mit drei Punkten im Gepäck.

Auch Loris De Notaristefano passte gegen den TV Schönenwerd fast durchgehend und zeigte eine sehr gute Leistung.

Neues Spiel, neues Glück dachten sich die Spieler am Sonntag vor der Auswärtspartie in Lausanne. Vor einer nicht NLA-würdigen Kulisse (höchstens 25 Zuschauer) nahm Züri Unterland nach einer dreistündigen Fahrt den Spielbetrieb gegen Lausanne UC auf. Die momentan viertplatzierten Waadtländer mussten tags zuvor in der Ostschweiz gegen Amriswil eine 1:3-Niederlage einstecken. Mit dem Wissen, wie am Samstag mit einem Topteam mithalten zu können, und ohne Respekt vor dem Gegner legten die Zürcher los wie die Feuerwehr. Durch gute Annahmen und gleichmässige Ballverteilung wurde Angriffsball um Angriffsball ins gegnerische Feld geschlagen. Die Vorgabe von Trainer Karim Takouk, als erstes Team in diesem Spiel 10 Punkte zu erreichen wurde innerhalb kurzer Zeit umgesetzt. Beim Stand von 11:6 aus Sicht von Züri Unterland sah sich der Trainer von Lausanne gezwungen ein Timeout zu nehmen. Takouk auf der anderen Seite gab ein weiteres Ziel vor: 15 Punkte. Doch das Timeout von Lausanne verfehlte seine Wirkung nicht und der gegnerische Coach fand offenbar die richtigen Worte. Die Waadtländer konnten mehrere Punkte in Serie buchen und plötzlich stand es 14:16. Diese Mini-Serie an Punkten von Lausanne bedeutete der Bruch im Zürcher Spiel und sollte sogleich die Vorentscheidung sein. Züri Unterland probierte das Momentum wieder auf die eigene Seite zu zwingen. Doch Lausanne liess sich den Satz nicht mehr entreissen und bei 21 Punkte hiess es Endstation für Unterland. Durch diese Kehrtwende fielen die Gäste völlig aus dem Tritt und die Gastgeber wussten dies gekonnt zu nutzen. Das Spiel von Züri Unterland war nun von grosser Unsicherheit geprägt, vor allem in der Annahme und im Angriff stellte sich bald Ratlosigkeit ein und die beiden nachfolgenden Sätze wurde mit jeweils nur 10 erzielten Punkte abgegeben.

Zweimal musste der VBC Raiffeisen Züri Unterland nach starkem Anfang eine bittere Niederlage einstecken. Zweimal kam es zu einem Bruch im Spiel der Zürcher, welcher ein völlig anderes Gesicht der Mannschaft hervorbrachte. Jeweils der Beginn der Spiele zeigt aber, dass das Problem nicht im spielerischen, sondern mentalen Bereich zu suchen ist. Vor der Mannschaft liegt jetzt eine Menge Arbeit. Die Spiele müssen analysiert und das Problem erkannt werden. Und vor allem muss sich das Team auf die eigenen Stärken besinnen. Denn das nächste Doppelwochenende steht bereits wieder an. Diesmal sind die Gegner nicht ausser Reichweite, wie es noch das letzte Wochenende war.

VBC Raiffeisen züri unterland vs. TV Schönenwerd 0:3 (27:29, 20:25, 13:25) - Ruebisbach, Kloten - 80 Zuschauer - SR (Schiedsrichter): 1. SR: Fonio Patrick, 2. SR: Wyler- Hefti Nadine; Züri Unterland: De Notaristefano, Gahr, Lehner, Von Deichmann, Bigger, Stamm, Flück (Libero) - Einwechslungen: Lunardi, Sturzenegger; Absenzen: Schatzmann (krank)

Lausanne UC vs. VBC Raiffeisen züri unterland 3:0 (25:21, 25:10, 25:10) SOS II Dorigny, Lausanne - 25 Zuschauer - SR (Schiedsrichter): 1. SR: Droguett Francisco, 2. SR: Wiederkehr Michael; Züri Unterland: Lunardi, Sturzenegger, Lehner, Von Deichmann, Bigger, Stamm, Flück (Libero) - Einwechslungen: De Notaristefano, Gahr, Schatzmann

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