Dienstag, 18. Dezember 2012, 08.20 Uhr

Nur die Kür misslingt

Nicole Hammer spielte im Match gegen die Appenzeller Bären als Libéra

Bericht von Peter Weiss, Zürcher Unterländer vom 18.12.2012

Eine heikle Aufgabe hatten Vasi Koutsogiannakis und Andreas Maurer, das Trainerduo von Züri Unterlands Frauen, bereits vor dem Cup-Achtelfinal gegen Galina Schaan zu meistern. Galt es doch, ihr Team auf den reizvollen Vergleich mit dem höherklassigen Gegner am Sonntag einzustellen – ohne dabei das 1.-Liga-Heimspiel tags zuvor gegen den Tabellenvorletzten Appenzeller Bären zu vernachlässigen.

Zwar führten die Unterländerinnen die Rangliste der Gruppe D nach zuletzt fünf Siegen in Serie souverän an. Doch, um am Ende der Qualifikation einen der beiden Playoff-Plätze zu ergattern, sind Ausrutscher für das aufstiegswillige Team praktisch verboten. Koutsogiannakis verriet, wie er und sein Trainer-Kompagnon die Aufgabe lösten: «Wir haben den Spielerinnen in allen drei Trainings während der Woche gesagt, dass das Ergebnis am Sonntag egal ist, dass wir am Samstag aber 3:0 gewinnen müssen.»

Pflichtsieg im Schonprogamm

Gesagt, getan: Die Pflicht erfüllten die Unterländerinnnen in der Klotener Ruebisbach-Halle souverän. Gegen die Bärinnen, die sich für einmal als eher zahme Widersacherinnen erwiesen, behielten die Unterländerinnen 25:18, 25:12, 25:20 die Oberhand. «Nachdem Ladina Breuss gleich am Anfang des Spiels sechs Asse geschlagen hat, haben wir gemerkt, dass da nichts anbrennen sollte», schilderte Koutsogiannakis. So konnten die Unterland-Trainer es sich erlauben, einzelne Spielerinnen zu schonen und jene aufs Feld zu schicken, die sonst weniger tragende Rollen im Teamgefüge ausfüllen. «Das Spiel war vielleicht für die Zuschauer nicht so spektakulär anzuschauen», räumte Koutsogiannakis ein, «aber mit dem Gedanken ans Sonntagsspiel wollten wir auch mehr auf Sicherheit spielen und nicht zu viel Energie verbrauchen.»

Trotz des gewissen Schongangs im Pflichtprogramm gelang den Unterländerinnen am Sonntagnachmittag die Kür, der Cup-Achtelfinal gegen den aktuellen Tabellenfünften der NLB-Ostgruppe, weniger wunschgemäss. Für einmal in der Nürensdorfer Hatzenbühl-Turnhalle angetreten, starteten die Gastgeberinnen zwar gut in die Partie und lagen im ersten Satz zwischenzeitlich 10:7 vorn. «Aber dann haben sie wohl gemerkt, dass sie tatsächlich eine Chance haben – und sich leider verkrampft», berichtete Unterland-Trainer Vasi Koutsogiannakis über seine Spielerinnen. Die Folge: Die Eigenfehler häuften sich.

Eine lehrreiche Niederlage

Ob in der Annahme oder im Angriff – die 1.-Liga-Spitzenreiterinnen steigerten sich gegen den ungewohnt starken Gegner nicht etwa, sondern riefen auch ihr gewohntes Potenzial nicht voll ab. «Wir hatten uns so viel vorgenommen und wollten unbedingt gewinnen. Im Spiel haben wir dann aber viel mehr Fehler ­gemacht als sonst», schilderte Züri-Unterland-Angreiferin Sonja Giger.

So gingen die ersten beiden Sätze jeweils mit 25:20 an die Favoritinnen. Auch im dritten Satz lagen die Unterländerinnen schon 9:17 hinten – ehe die eingewechselte Vivienne Giessmann zum Aufschlag kam, und erst beim Stand von 20:17 für Züri Unterland die Gäste wieder mit dem Service an der Reihe waren. Diesen Vorsprung brachten die Unterländerinnen ins Trockene und verkürzten auf 1:2 nach Sätzen. «Leider konnten die Spielerinnen die Euphorie nach dem Satzgewinn gar nicht mitnehmen», sagte Koutsogiannakis bedauernd, «sie sind gleich 0:5 in Rückstand geraten, danach war die Luft draussen.» Mit 14:25 ging der vierte und damit letzte Satz an die Gäste «Am Ende muss man aber auch sagen, dass Galina einfach besser war», kommentierte der Unterland-Trainer.

Mit Blick auf die kommenden Aufgaben, vor allem in den angestrebten Aufstiegs-Playoffs, könne die Niederlage jedoch auch ihr Gutes haben, schloss Koutsogiannakis. «Sobald der Gegner ein ­wenig stärker ist als wir, werden bei uns viele zu nervös. Das konnten wir nach dem Match ansprechen, ohne dass wir durch die Niederlage unsere Ziele in der Meisterschaft gefährdet hätten.» Das sah auch Sonja Giger so: «Wir haben in diesem Spiel vieles gesehen und gelernt, was uns in Zukunft weiterbringen kann.»

Meisterschaft: Züri Unterland - Appenzeller Bären 3:0 (25:18, 25:12, 25:20). Ruebisbach, Kloten. 50 Zuschauer. SR: Sorejs, Heini. Züri Unterland: Ladina Breuss; Fessler, Laura Breuss, Brunner, Ghaliya, Holzer. Libera: Hammer. Einwechslungen: Künzle, Stalder, Giessmann, Giger.

Cup: Züri Unterland - Galina Schaan 1:3 (20:25, 20:25, 25:23, 14:25). Hatzenbühl, Nürensdorf. 70 Zuschauer. Züri Unterland: Ladina Breuss; Fessler, Laura Breuss, Brunner, Ghaliya, Künzle. Libera: Deprati. Einwechslungen: Künzle, Stalder, Holzer, Giessmann, Giger.

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