Montag, 25. Februar 2013, 08.15 Uhr

Ein bitterer Rückschlag

Züri Unterlands Thomas Schatzmann streckte sich gegen Laufenburg-Kaisten erfolgreich, gegen Lutry-Lavaux aber vergebens. Bild: Dominic Staub

Bericht von Peter Weiss, Zürcher Unterländer vom 25. Februar 2013

Betretene Mienen in den Reihen von Züri Unterland gestern Sonntag kurz nach 17 Uhr in der Klotener Ruebisbachhalle. Ganze anderthalb Stunden nach dem Anpfiff im wichtigen letzten Heimspiel in der NLA-Playoutrunde steht die 0:3-Niederlage der Gastgeber fest. Der Applaus der treuen 100 Fans auf der Tribüne fällt für einmal bescheiden aus. Mit hängenden Köpfen begeben sich die Unterland-Spieler in Richtung Garderobe, schulterzuckend, ratlos. Sie wissen, dass sie die grosse Gelegenheit verpasst haben, nach dem 3:2-Heimsieg vom Vortag über Laufenburg-Kaisten nachzulegen und dem Ligaerhalt einen Schritt näherzukommen. Und sie wissen, dass es nun ganz schwer wird, ihr Saisonziel zu erreichen.

Denn Lutry-Lavaux zog mit dem sonntäglichen Sieg an den Unterländern vorbei, die nun mit zwei Punkten Rückstand, aber einem absolvierten Spiel mehr als die beiden Widersacher auf dem letzten Platz liegen. Um den Gang in die ungeliebte Ligaqualifikation, eine Doppelrunde gegen die drei Besten der NLB-Aufstiegsrunde, noch zu vermeiden, müssen nun wohl zwei Auswärtssiege her. Unter anderem einer in Lutrys Heimstätte CSC, in der die Unterländer keine einzige von fünf Partien innert zwei Jahren gewonnen haben.

Ausgeglichene Dreiergruppe

Dennoch lassen die bisherigen Ergebnisse der Playoutrunde Züri Unterlands Unternehmen Ligaerhalt als durchaus realistisch erscheinen. In dieser Runde treten die drei Letzten der NLA-Qualifikation jeweils viermal gegeneinander an. Die vielbemühte Sportweisheit, wonach jeder jeden schlagen kann, trifft hier auch für Züri Unterland zu, das die Nor- malrunde als abgeschlagener Letzter beendet hatte. Zwei von drei Partien gegen Laufenburg-Kaisten gewann die junge Mannschaft von Trainer Karim Takouk. Lutry-Lavaux besiegte sie nur in einem von drei Spielen. Doch auch gegen die Westschweizer könnte die Bilanz durchaus positiv aussehen.

Denn die klare 0:3-Niederlage gestern Sonntag war keinesfalls zwingend. So ging etwa der erste Satz nur denkbar knapp 23:25 verloren. Unschwer auszurechnen, dass ohne den verpatzten Auftakt (1:5) und ohne die drei Aufschlagfehler ein Satzgewinn drin gelegen wäre. Im zweiten Satz zogen die Gastgeber dann ein regelrechtes Konzentrationsloch ein, als sie nach der 5:4-Führung dem Gegner acht Zähler in Folge eingestanden und am Ende 18:25 verloren. Und im dritten Durchgang leisteten sie sich ihre Schwächephase ausgerechnet gegen Ende des Satzes, als aus einem 15:18-Rückstand schnell ein vorentscheidendes 15:22 wurde.

Kein kühler Kopf

Dabei zeigte sich Lutry-Lavaux abgesehen vom französischen Profi-Aussenangreifer Jerôme Corda, welchen der Unterländer Block nie in den Griff bekam, keineswegs überlegen. Die meisten Gästeaufschläge nahmen die Unterländer sicher ab. Dass sie am Ende dennoch als Verlierer vom Platz schleichen mussten, hatte für ihren Trainer Karim Takouk Gründe: «Bis auf wenige Ausnahmen waren unsere Aufschläge zu schwach, um Lutry am Spielaufbau zu hindern, und wir haben uns viel zu viele Eigenfehler geleistet.»

Letzteres führte er auf die Unerfahrenheit zurück: «Meine jungen Spieler können mit dem Druck nicht umgehen. Gerade in den entscheidenden Phasen haben sie ihre Emotionen nicht im Griff, ihre Konzentration ist darum nicht konstant hoch genug.» Zudem erwähnte er das kräfteraubende Spiel vom Vortag. «Es war wirklich super, wie sie sich nach dem 0:2-Satzrückstand gegen Laufenburg-Kaisten zurückgekämpft und das Spiel noch gewonnen haben. Aber es hat auch sehr viel Kräfte gekostet, nicht nur physisch, sondern vor allem emotional.» Danach habe er gewusst, dass es schwierig werde gegen Lutry, das am Samstag spielfrei gewesen war, verriet Takouk. Er sollte recht behalten.

Telegramm: Züri Unterland - Lutry-Lavaux 0:3 (23:25, 18:25, 17:25). Ruebisbach, Kloten. 100 Zuschauer. Sr: Christoffel/Fischbacher. Züri Unterland: De Notaristefano; Von Deichmann, Gahr, Schatzmann, Stamm, Bigger. Libero: Fück. Einwechslungen: Lunardi, Sturzenegger, Lehner, Keller. Lutry-Lavaux: A. Jaton; Corda, Maiorana, Smetana, Remy, Patrouilleau. Libero: M. Jaton. Einwechslungen: Baldy, Ramier.

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