Dienstag, 19. März 2013, 15.35 Uhr

Noch bleiben viele Chancen

Während die Spielerinnen von Kanti Baden (im Hintergrund) bereits ihren Aufstieg bejubeln, bleiben der Verstärkungs-Mittelblockerin Tanja Hüberli (links) und ihren Mitspielerinnen von Züri Unterland noch mehrere Wege in die NLB offen. Bild: Dominic Staub

Bericht von Roman Hitz und Peter Weiss, Zürcher Unterländer/NBT vom 19. März 2013

Nach dem 3:1-Sieg aus dem Hinspiel eine Woche zuvor benötigten die Frauen von Kanti Baden im Rückspiel in der Klotener Sporthalle Ruebisbach nur noch zwei Satzgewinne, um direkt aufzusteigen. Und diese strebten sie auf schnellstmöglichem Weg an: Nachdem sie bereits den ersten Satz 25:14 für sich entschieden hatten, kamen die Badenerinnen am Ende des zweiten Satzes beim Stand von 24:18 aus ihrer Sicht bereits zu ihrem ersten Aufstiegsball.

Die zahlreich mitgereisten Gästefans standen auf und feuerten ihre Spielerinnen nochmals lauthals an. Züri Unterland hatte einmal mehr Mühe mit der Aufschlagannahme, Passeurin Ladina Breuss konnte ihr Zuspiel so nur noch nahe ans Netz spielen. So hatten die grossgewachsenen Blockspielerinnen von Kanti Baden leichte Beute, drückten das Runde zurück ins Feld der Gastgeberinnen der Aufstiegsfinal war entschieden. Während der Badener Trainerstab sich in die Arme fiel und die Volleyballerinnen von Kanti Baden auf dem Spielfeld feierten, wirkten die Trainer und Spielerinnen von Züri Unterland zwar ruhig, aber sichtlich enttäuscht.

Selbst unter Druck gesetzt

Züri Unterland sah sich auch einem überlegenen Gegner gegenübergestellt, Ein 3:0-Sieg, um den direkten Aufstieg zu feiern, oder ein 3:1, um einen entscheidenden Golden Set zu erzwingen, schien so bald einmal eher unerreichbar weit. Denn schon im ersten Satz waren die Kräfteverhältnisse klar verteilt: Kanti Baden servierte ausgezeichnet, blockte stark und spielte präzise Angriffsbälle. Die Gastgeberinnen erwischten dagegen einen nervösen Start und hatten immer wieder Mühe mit der Serviceannahme. Folgerichtig ging der erste Satz 14:25 verloren.

Mit dem Rücken zur Wand präsentierte sich das Team des Trainerduos Vasi Koutsogiannakis und Andreas Maurer zu Beginn des zweiten Satzes zwar konzentrierter, doch den entscheidenden Satzverlust konnten die Unterländerinnen letzten Endes nicht mehr verhindern. So wurde der dritte Abschnitt sportlich bedeutungslos, sodass ihn die Trainer auf beiden Netzseiten für diverse Auswechslungen nutzen. Umso bedauerlicher, dass die Badener Passeurin Sara Winter in jenem dritten und leSnoch verletzt ausschied.

Dabei hatte Züri Unterland sich am Mittelblock mit zwei grossgewachsenen und erfahrenen Spielerinnen verstärkt: der NLA-erprobten Dominique Baumann und Beachvolleyballerin Tanja Hüberli, die für gewöhnlich am nationalen Beachvolleyball-Leistungszentrum unter Profi-Bedingungen trainiert. Eine Massnahme, die sich laut Captain Mirjam Fessler der Niederlage in der Serie zum Trotz ausbezahlt hatte: «Die beiden Spielerinnen haben uns vor allem dank ihrer Körpergrösse verstärkt. So hat unser Auftreten mehr Eindruck auf die Gegner gemacht.» Fessler sieht die Ursache für die Niederlage hauptsächlich im mentalen Bereich: «Wir konnten nie unsere beste Leistung abrufen und haben uns selbst grossen Druck gemacht. Ausserdem waren unsere Serviceabnahmen zu unpräzise. Darunter hat dann der Spielaufbau gelitten.» Die Enttäuschung halte sich jedoch in Grenzen, fügte die erfahrene Diagonalangreiferin an.

Aufstieg in Reichweite

Dies hat einen guten Grund: Den Unterländerinnen bleiben noch sehr gute Chancen auf den Aufstieg in die zweithöchste Spielkasse. Denn ab kommendem Samstag können sie in einer Vierer-Poule mit Hinund Rückspielen gegen Fribourg und Schönenwerd, die Fünft- und Sechstplatzierten der NLB-Abstiegsrunde, sowie gegen Münsingen, den Verlierer der zweiten 1.-Liga-Aufstiegsfinalserie, um den Aufstieg kämpfen. Züri Unterlands Trainer und Präsident Vasi Koutsogiannakis zeigte sich im Hinblick darauf optimistisch: «Diese Teams liegen in unserer Reichweite. Da haben wir bessere Chancen als gegen Kanti Baden.» Dies gilt umso mehr, als die Aussichten auf den Aufstieg in der vergangenen Woche durch äussere Umstände zusätzlich gestiegen sind.

Cossonay zog sich aus der NLA zurück, während Cheseaux und der FC Luzern die höchste Schweizer Frauen-Liga, die in der kommenden Saison von neun auf zehn Teams aufgestockt wird, komplettieren. In der NLB sind damit nun noch ganze drei Plätze zu vergeben. Die Unterländerinnen müssten darum nur einen der drei Gegner ihrer Vierergruppe hinter sich lassen.

Das erste Heimspiel der Barrage findet am Donnerstag, 28. März 2013 statt.

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