Mittwoch, 20. März 2013, 09.27 Uhr

Wechselspiele nach der Rettung

In dieser Besetzung dürften Züri Unterlands Spieler in Zukunft nicht mehr gemeinsam jubeln im Kader kommt es zu Wechseln. Bild: dst

Bericht von Peter Weiss, Zürcher Unterländer/NBT vom 20. März 2013

Was am Montag noch erst informell erklärt worden war (Ausgabe vom 19. März), ist seit gestern Dienstag offiziell: Weil mit Oberdiessbach nun auch das letzte dazu berechtigte Team der NLB-Aufstiegsrunde schriftlich seinen Verzicht auf den Aufstieg erklärt, entfällt die Auf-/Abstiegsrunde. Züri Unterlands Männer, die als Letzter der NLA-Playout-Runde dort um den Ligaerhalt hätten kämpfen müssen, dürfen im Schweizer Volleyball-Oberhaus verbleiben. Und Einsiedeln, das als einziger Verein der NLB-Aufstiegsrunde sein Interesse am Aufstieg bekundet hatte, steigt auf als Siebtplatzierter.

«Es ist ja eigentlich eine traurige Situation für das Schweizer Volleyball, wenn von acht Mannschaften nur eine nach oben will und am Ende der Siebplatzierte gratis aufsteigt», kommentiert Ernst Rüdisüli. Der langjährige Züri-Unterland-Trainer und -Präsident hatte das Unterländer Fanionteam nach der Trennung von Karim Takouk gemeinsam mit Beachvolleyballund Frauen-Trainer Kurt Brunner interimsmässig bis zum Saisonende übernommen. Weil dieses jetzt schon erreicht ist, ist Rüdisüli aber nicht besonders traurig: «Wir haben zwar einen gewissen Aufwärtstrend in den letzten beiden Spielen erlebt, und ich bin auch sicher, dass wir es gegen Einsiedeln und Oberdiessbach geschafft hätten, aber für die Mannschaft ist es schon besser so, dass es jetzt vorbei ist.»

Der Captain geht von Bord

Nachdem sie nur gerade nach einem von 16 Spielen der Qualifikationsrunde sowie nach dreien von acht Playout-Partien als Sieger vom Feld gegangen waren, hielt sich bei den Züri-Unterland-Spielern die Lust auf die Fortsetzung ihrer zweiten NLA-Saison verständlicherweise in Grenzen. «Bei uns allen steht jetzt sicher die Freude darüber im Vordergrund, dass es jetzt vorbei und geschafft ist», bestätigt Thomas Schatzmann. Der Unterland-Captain nennt einen wichtigen Grund dafür: «Jetzt können wir alle noch wenigstens ein paar Tage Pause machen und uns dann schon auf die Beachvolleyball-Saison vorbereiten.» Weitere drei bis vier Wochen Hallen-Volleyball hätten diese Pläne zunichte gemacht.

Thomas Schatzmann zählt zu jenen Züri-Unterland-Spielern, für die das 2:3 am Samstag in Laufenburg nicht nur das letzte Spiel der Saison, sondern auch der letzte gemeinsame Auftritt im Unterland-Dress gewesen sein dürfte. Nach der Beachsaison und seinem Studienabschluss möchte Schatzmann im Herbst auf eine mehrmonatige Reise gehen. «Danach werde ich erst mal eine Pause vom Hallen-Volleyball einlegen, ich bin darum nächste Saison sicher nicht dabei.» Mit dem Aussenangreifer Maximilian von Deichmann, der im Herbst ein Studium in München aufnehmen wird, steht ein weiterer Abgang bereits fest.

Sicher für die neue Saison zugesagt haben bisher einzig Diagonalangreifer Manuel Gahr und Passeur Loris de Notaristefano die Zukunft aller anderen Spieler sei noch offen, verrät Ernst Rüdisüli. So bleibt ihm in den nächsten Tagen und Wochen auch ohne Auf-/Abstiegsrunde noch einiges an Arbeit. Mit den bisherigen Spielern, aber auch mit den zahlreichen möglichen Neuzuzügen stehen Gespräche an. Diese intensive Arbeit zur Kaderzusammenstellung wird Rüdisüli nun gewissermassen schon in neuer Funktion führen: Der Joner soll in der kommenden Saison als Teammanager der NLA-Equipe, Assistenztrainer und Coach bei den Unterländern wirken.

Namhafte Verstärkungen

«Ich werde sicher zweimal wöchentlich im Training dabei sein und während der Spiele coachen, wenn Cao Herrera auf dem Feld steht», erklärt Ernst Rüdisüli. Herrera, derzeit noch Passeur des NLA-Playoff-Finalisten Amriswil, hat den Unterländern zugesagt, die Mannschaft ab der kommenden Saison als Spielertrainer zu übernehmen. Weil die Aufenthaltsgenehmigung des Argentiniers Ende April abläuft, ist derzeit noch offen, ob der Verein ihn wie vorgesehen auch als Beachvolleyball-Trainer anstellen kann. «Wir haben darum noch keinen Vertrag mit ihm gemacht, aber selbst wenn er jetzt für drei Monate das Land verlassen müsste, wäre er pünktlich zum Start der Vorbereitung auf die Hallen-saison wieder hier», erklärt Vasi Koutsogiannakis.

Dazu kann der Züri-Unterland-Präsident bereits zwei gewichtige Neuzuzüge sicher vermelden: erstens Mittelblocker Florian Heidrich, der nach einem Halbprofi-Jahr in Amriswil wieder ins Unterland zurückkehren wird, und zweitens den brasilianischen BeachvolleyballProfi Ronnie Ferramenta, der als Aussenangreifer in der NLA für Furore sorgen soll. Neben punktuellen Verstärkungen durch Ausländer wie Herrera und Ferramenta werde der Verein aber weiterhin am bewährten Konzept festhalten, auf junge, hungrige Schweizer Spieler zu setzen, stellt Koutsogiannakis klar. Und finanzielle Risiken werde man auch in der kommenden Saison nicht eingehen. «Das Budget für die NLA bleibt unverändert», versichert der Präsident. Der vorzeitige Ligaerhalt gebe nun die nötige Sicherheit, um mit potenziellen Neuzuzügen zu reden und Sponsoren zu gewinnen.

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