Dienstag, 02. April 2013, 08.20 Uhr

Unterland auf Kurs nach Oben

Das Damen 1 hat allen Grund sich zu freuen, denn sie belegen derzeit den 1. Rang nach der Hälfte der Aufstiegsspiele für die NLB. Hopp ZuZu!

Bericht von Peter Weiss, Zürcher Unterländer/NBT vom 2. April 2013

«Der Masterplan ist aufgegangen», sagt Züri Unterlands Präsident Vasi Koutso- giannakis nach dem 3:1 gegen Münsingen mit strahlender Miene, «obwohl, eigentlich hätten wir ja alle drei Spiele gewinnen müssen. Aber im Rückspiel in eigener Halle sollten wir auch Fribourg schlagen, vielleicht reicht das dann ja auch schon.»

Tatsächlich sollte ein weiterer Sieg mit drei Punkten genügen, um mindestens einen der Konkurrenten in der Auf-/Abstiegsrunde hinter sich zu lassen und somit einen der drei Plätze in der NLB der kommenden Saison zu ergattern. Andreas Maurer, gemeinsam mit Koutsogiannakis Trainer der Züri-Unterland-Frauen, tritt dagegen sanft, aber spürbar auf die Euphorie-Bremse: «Nachdem wir jetzt einmal gegen alle drei Gegner gespielt haben, wissen wir, dass wir gegen alle bestehen können. Aber das wird kein Spaziergang, denn wir haben auch gesehen, dass es nur wenig braucht, damit ein Match kippt.»

Nur zu Beginn Sand im Getriebe

Mit seinen warnenden Worten erinnerte Maurer vor allem an den Beginn des ersten der beiden österlichen Heimspiele. Gegen Schönenwerd habe das Unterland-Team den ersten Satz verschlafen. Vor allem dank des beherzten Einsatzes von Libera Thays Deprati, die ihrem Hexenschuss trotzte, ab dem zweiten Satz mitwirkte und mit ihren spektakulären Aktionen in der Defensive das Team aufrüttelte, hätten sie die Wende geschafft. In dieser Analyse waren sich beide Vertreter des Trainerduos einig. Gegen Münsingen war es dann eine andere Nationalliga-erfahrene Spielerin,die ihre Unterland-Gefährtinnen mitriss: Marlen Brunner. Und das war auch nötig, denn nachdem sie den ersten Satz klar 25:16 gewonnen hatten, riss bei den Unterländerinnen der Faden. Auf einmal konnten sie die starken Aufschläge der Gäste nur noch so annehmen, dass Passeuse Ladina Breuss wenige Möglichkeiten für ihre Zuspiele blieben.

Die Folge: Immer mehr Angriffe gerieten zur leichten Beute der grossgewachsenen Münsingerinnen. Dazu kamen Eigenfehler der Unterländerinnen – und mit 14:25 der Verlust des zweiten Satzes. Doch dann drehte Brunner auf. In der Abwehr rettete sie längst verloren geglaubte Bälle, im Angriff forderte sie die Zuspiele, um sie dann gleichermassen wuchtig wie präzis zu verwerten. Und mit ihren Aufschlägen punktete die Klotenerin entweder direkt oder hinderte die Gäste daran, ihre Vorteile in der Mitte auszuspielen. Davon beflügelt, fanden ihre Mitspielerinnen aus dem Tief und verdienten sich mit einer starken Teamleistung den am Ende klaren Erfolg.

Bereits im Beachtraining

«Es war sicher nicht mein allerbestes Spiel heute», meinte Brunner, «aber in den entscheidenden Momenten habe ich die Punkte gemacht.» Dass sie erst im dritten Satz zu ihrer tragenden Rolle fand, hatte einen guten Grund. «Ich habe schon mit dem Beachvolleyball-Training angefangen, spiele zum Teil schon auf Sand und arbeite an der Schnellkraft», verriet Brunner, «deswegen hat es auch eine Weile gedauert, bis ich ins Spiel gefunden habe.»

Um auch in der bereits Anfang Mai beginnenden Saison wieder zur Top 10 der Schweizer Beachvolleyballerinnen zu gehören, kann Brunner freilich nicht auf die Vorbereitung auf Sand verzichten. «Beides kreuzt sich jetzt schon ein wenig, aber in der Halle geht es ja nicht mehr lang», sagt die 23-Jährige. In der Tat geht die Hallensaison für sie und ihre Unterland-Mitspielerinnen bereits am Donnerstag der kommenden Woche mit dem Gastspiel in Münsingen zu Ende. Möglicherweise ja auch mit einer anschliessenden Aufstiegsfeier.

Die Klotenerin Marlen Brunner (links) war eine der Matchwinnerinnen für Züri Unterland am Osterwochenende.
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