Donnerstag, 27. Juni 2013, 14.17 Uhr

Züri Unterland rüstet auf

Nach einer Saison im Amriswil-Trikot wird Florian Heidrich (Mitte) in der kommenden Saison wieder für Züri Unterland in der Klotener Ruebisbachhalle smashen. Bild: Dominic Staub


Die wichtigste Personalie für die kommende, die dritte NLA-Saison für das Unterländer Männer-Fanionteam, ist geklärt: Cao Herrera hat mit den Unterländern einen Vertrag als Spielertrainer für die kommende Saison unterschrieben. Zuletzt als Passeur beim aktuellen Vizemeister Amriswil aktiv, soll der Argentinier - die fremdenpolizeiliche Bewilligung vorausgesetzt - den NLA-9. und Letzten der vergangenen Saison in der kommenden Spielzeit auch als Spielmacher auf dem Feld verstärken. «Er hat eine grosse Klasse und hat zuletzt sogar auf einem noch höheren Niveau gespielt als in der Vergangenheit», sagt Ernst Rüdisüli. So dürfte der Joner den 41-jährigen Spielertrainer meist in die Unterländer Startaufstellung beordern in seiner neuen Funktion als Teamverantwortlicher. Rüdisüli, der langjährige Trainer, der das Team von der 1. Liga in die NLA geführt und am Ende der vergangenen Saison nach der Trennung von Karim Takouk interimistisch wieder übernommen hatte, kehrt nun definitiv in die Klotener Ruebisbachhalle zurück.

Neu mit Heidrich und Heidrich

Punkto Aufgabenteilung im Trainerduo verrät Rüdisüli: «Ich habe mit Cao schon gute Gespräche geführt, wir waren uns schnell einig, dass ich während der Spiele das Coaching übernehmen soll.» An einer früheren Station als Spielertrainer in Spanien habe der Argentinier das selbst erfahren, was Rüdisüli aus langjähriger Beobachtung im Schweizer Spitzenvolleyball geschlossen hatte: dass ein aktiver Spieler kaum vom Feld aus das Team coachen könne, da die nötige Übersicht fehle. Während der Saison wird Rüdisüli sich vor allem der Führung und Betreuung der Spieler annehmen und an zwei bis drei Trainings in der Halle mitwirken. Über die genaue Aufteilung der Verantwortlichkeiten werde er sich nach dessen Rückkehr in die Schweiz im September mit Herrera unterhalten. «Es kommt sicher gut, wir denken sehr ähnlich über Volleyball», sagt Rüdisüli.

Doch auch wenn das NLA-Team derzeit nicht zusammen in der Halle trainiert, hat Ernst Rüdisüli alle Hände voll zu tun. Als Teamverantwortlicher sucht er intensiv nach geeigneten Spielern, um das Team nach der insgesamt enttäuschenden zweiten NLA-Saison zu verstärken. Ein Neuer ist ein alter Bekannter und als Klotener zudem ein echtes Züri-Unterland-Eigengewächs: Florian Heidrich kehrt nach einem Jahr als Halbprofi beim NLA-Spitzenklub Amriswil ins Unterland zurück - und bringt gleich noch seinen Bruder mit. «Florian ist ein gestandener Spieler, der unseren Mittelblock wieder stabilisieren wird und durch das Training unter Profibedingungen in Amriswil sicher auch Fortschritte gemacht hat», sagt Rüdisüli. Adrian Heidrich, der als Diagonalangreifer neben dem bisherigen Manuel Gahr vorgesehen ist, hat nicht zuletzt dank seiner Körpergrösse von 2,09 m enorme Qualitäten im Block - «und technisch macht er derzeit dank des Beachvolleyballs grosse Fortschritte. Ich denke, wir werden noch viel Freude an ihm haben.»

Ebenfalls in Kloten ansässig ist Rhonney Ferramenta. Der Brasilianer, WM-Fünfter im Beachvolleyball an der WM, sorgt derzeit schon auf Schweizer Sand für ZuZu-Beach, die Beach-Sektion des Klubs für Furore. Hallenvolleyball ist für ihn noch Neuland. Neben David Lehner, der vom Vorjahresteam geblieben ist, plant Rüdisüli den 27-Jährigen für die Aussenannahme ein. «In der Annahme und der Verteidigung muss man ihm nichts gross beibringen, im Angriff hat er noch Potenzial», erklärt Rüdisüli.

Denkbar wäre Ferramenta aber auch als Variante auf der Liberoposition. Auf dieser ist vorderhand Damien Flück gesetzt, der mit den Unterländern in seine zweite NLA-Saison gehen wird. Der in Bülach aufgewachsene Daniel Werner, der langjährige Libero des NLA-Spitzenteams Näfels und mehrfacher Schweizer Meister mit den Glarnern, hat den Unterländern dagegen eine Absage erteilt. Der 30-Jährige möchte sportlich kürzertreten und darum nicht mehr in der NLA spielen. Als Ergänzung für die Aussenannahme wechselt schliesslich Jonas Bolli vom Erstligisten Klettgau ins Unterland.

Wachstum mit Mass

Ganz abgeschlossen ist für Rüdisüli die Kaderplanung damit aber noch nicht. «Ich hätte gerne 14 Spieler im Kader, jetzt haben wir erst zehn», erklärt er, «für die Mitte hätte ich gerne noch ein bis zwei Spieler und für die Aussenannahme einen. Und ein zweiter Libero wäre auch gut.» Für die Suche sind allerdings Grenzen gesetzt. Denn so sehr die Unterländer ihr Team nun auch gern verstärken wollen - das Budget kann und soll nicht in den Himmel wachsen.

Somit ist aber ebenfalls klar, dass die Unterländer auch in der neuen Zusammensetzung wohl kaum in die Phalanx der besten sechs Schweizer Männerteams, die allesamt unter Profibedingungen trainieren, eindringen dürften. «Der 7. Platz ist ein realistisches Ziel, alles darüber hinaus wäre eine Riesen-Überraschung», stellt Rüdisüli klar.

(Bericht von Peter Weiss, Zürcher Unterländer vom 20. Juni 2013)

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