Donnerstag, 10. Oktober 2013, 08.40 Uhr

Neue Kräfte, grosse Ambitionen

Vasi Koutsogiannakis, gemeinsam mit Andreas Maurer Trainer von Züri Unterlands Frauen, peilt auch in der NLB einen Top-Platz an. Bild: Dominic Staub

Bericht von Peter Weiss im Zürcher Unterländer vom 10. Oktober 2013

Züri Unterlands Frauen gehen als Aufsteigerinnen in die NLB in die neue Saison. Und mit einem deutlich grösseren Kader als im Vorjahr. Mit den vielen neuen Spielerinnen wachsen die Ambitionen und der Konkurrenzkampf.

Wer auf der Internetseite des VBC Züri Unterland das Teamfoto der Frauen-NLB-Equipe betrachtet, dem fällt auf, wie dicht gedrängt die Spielerinnen und das Trainerduo Andreas Maurer und Vasi Koutsogiannakis beieinanderstehen. Der Blick auf die Kaderliste bestätigt den ersten Eindruck - das Frauen-Fanionteam ist grösser geworden. 16 Akteurinnen gehören ihm nun an.

Aus der Equipe, die in der vergangenen Saison souverän den Aufstieg in die zweithöchste Liga des Landes realisiert hat, fehlen mit Sarah Ghaliya, die ein Studienjahr in Peru absolviert, und Vivienne Giessmann, die studienbedingt kürzertritt und Züri Unterlands 3.-Liga-Team verstärkt, nur zwei Namen. Dafür sind einige neue dazugekommen. Dabei habe man sich gar nicht aktiv um Neuzuzüge bemüht, betont Koutsogiannakis. «Die Neuen haben alle von sich aus uns angefragt», verrät der Trainer und Klubpräsident, «und sie sind alle solch gute Spielerinnen, dass wir einfach nicht Nein sagen konnten.»

Mix aus Routine und Ambition

Prominentester Neuzuzug ist Romana Kayser. Die Beachvolleyball-Nationalspielerin, Schweizer Meisterin auf Sand 2008 und in der Halle 2005 (mit Volero Zürich) gibt die 26-Jährige nach mehreren Jahren als Halbprofi am Nationalen Beachvolleyball-Leistungszentrum in Bern ihren Rücktritt aus dem Schweizer Nationalteam. «Sie ist auch eine sehr gute Hallen-Spielerin und wird in der Annahme und im Aussenangriff zum Zug kommen», kündigt Koutsogiannakis an. Neben Kayser stossen zwei weitere gestandene Spielerinnen mit NLA-Erfahrung zu seinem und Andreas Maurers Team: Mittelblockerin Fujan Fahmi (von Wiedikon, früher Lugano) sowie die Diagonalangreiferin Judith Kleeb (von Toggenburg), beide 27-jährig. Dank dieses Trios gewinnt das junge Team an Routine. Dazu stossen mit Aussenangreiferin Anja Licka, die von Jona ins Unterland wechselt, sowie Sarah Bolter (Mitte) und Alina Chicherio (Libera), die allesamt auch zur Beachvolleyballsektion ZuZu-Beach gehören, drei junge Kräfte mit Talent und Ambitionen zum Team.

Mit den vielen neuen Spielerinnen intensiviert sich freilich auch der Konkurrenzkampf im Team. «Letztes Jahr hatten wir praktisch einen Stamm von sechs, sieben Spielerinnen, die damit rechnen konnten, mehr oder weniger immer von Anfang an zu spielen», erklärt Koutsogiannakis, «das ist jetzt anders. Bei 16 Spielerinnen muss praktisch jede um ihren Platz kämpfen. Da können wir Trainer jeweils aufgrund der Tagesform entscheiden.» Die Gefahr, dass die Equipe damit ihren grossen Pluspunkt, die Harmonie, verlieren könnte, ist dem Trainer durchaus bewusst. «Wir werden sicher mehr Gespräche führen müssen als in der Vergangenheit, und eine neue Hierarchie muss sich hinter Captain Mirjam Fessler, erst noch entwickeln.» Nicht zuletzt, um den Teamgeist zu stärken und die Neuen zu integrieren, weilen die Unterland-Frauen derzeit in einem einwöchigen Trainingslager in Davos.

Aufsteiger will in Aufstiegsrunde

In der neuen Zusammensetzung streben die Unterländerinnen im ersten NLB-Jahr mehr als nur den Ligaerhalt an. Lugano, den ersten Gegner im Heimspiel am Sonntag, 20. Oktober, um 15.30 Uhr in der Klotener Ruebisbachhalle, Galina Schaan und Aadorf schätzt Unterland-Trainer und Präsident Vasi Koutsogiannakis als stärkste Gegnerinnen in der achtköpfigen NLB-Ostgruppe ein.

«Dahinter ist alles sehr ausgeglichen. Wenn wir das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen verbessern und uns vor allem im Block und Mittelangriff steigern können, ist ein Platz unter den ersten vier möglich», schätzt er. «Sich als Liganeuling für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren, ist doch ein schönes Ziel.»

Noch zwei neue Unterland-Männer

Auch Züri Unterlands Männer gehen mit einem stark veränderten Kader in die neue Saison, ihre bereits dritte in der NLA. Ende Juni schon standen Spielertrainer und Passeur Cao Herrera, die Klotener Brüder Florian und Adrian Heidrich, die allesamt von Amriswil ins Unterland wechseln, sowie Jonas Bolli (Klettgau) als Neuzuzüge fest (Ausgabe vom 20. Juni). Nun sind den Klubverantwortlichen zwei weitere Neuzuzüge gelungen. Der ehemalige Amriswiler NLA-Spieler Miroslav Tomasik verstärkt den Aussenangriff, der Ukrainer Georgiy Nasibullin stösst als Diagonalangreifer zum Männer-Fanionteam.

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