Dienstag, 05. November 2013, 07.10 Uhr

Frauen dürfen erstmals jubeln

Züri Unterlands Captain Mirjam Fessler (von rechts), Passeurin Ladina Breuss, Angreiferin Laura Breuss, Mittelblockerin Sarah Künzle, Neuzuzug Anja Licka und Ladina Breuss (9) freuen sich über die ersten Erfolge als Aufsteigerinnen in der NLB. Bild: Dominic Staub

Bericht von Peter Weiss vom 5. November 2013 im Zürcher Unterländer / Neues Bülacher Tagblatt

Am Ende eines langen und intensiven Volleyball-Wochenendes zogen Andreas Maurer und Vasi Koutsogiannakis am Sonntagabend in der Klotener Ruebisbachhalle einigermassen geschafft, aber zufrieden Bilanz. «Spielerisch sind wir noch nicht ganz da, wo wir hinwollen, aber wir liegen auf Kurs», sagte Maurer, «wir steigern uns von Spiel zu Spiel.» Koutsogiannakis ergänzte: «Mit Lugano und Glaronia haben wir gegen zwei der drei stärksten Gegner gleich zu Beginn der Saison gespielt, das war trotz der klaren Niederlagen gar nicht schlecht, um sich an das NLB-Niveau zu gewöhnen und zu sehen, wo wir stehen.» Gegen die nicht ganz so starken Gegnerinnen aus Ruswil und Obwalden hätten sich die Unterländerinnen gesteigert - auch weil diese es zuliessen. «Obwalden und Ruswil haben uns mit ihren Aufschlägen viel weniger unter Druck gesetzt, so dass wir unser Spiel besser aufziehen konnten», meinte Koutsogiannakis. Und Maurer fügte an: «Wir haben heute sehr gut serviert, aber Obwalden hatte auch eine schlechte Annahme.»

Tatsächlich punkteten allen voran die Zwillinge Laura und Ladina Breuss, Captain Mirjam Fessler und Neuzuzug Anja Licka mit ihren druckvollen Sprungaufschlägen ein ums andere Mal direkt oder brachten Obwaldens Spielaufbau arg ins Stottern. Bei den Innerschweizerinnen indes stellten nur zwei Spielerinnen die Unterland-Annahme ab und zu vor nennenswerte Probleme.

Noch viele Höhen und Tiefen

Zumeist aber entschärften die Unterländerinnen die gegnerischen Aufschläge so gut, dass Passeurin Ladina Breuss ihre Zuspiele mit gewohnt hoher Präzision ausführen konnte. Da sie in ihrer Zwillingsschwester Laura sowie Mirjam Fessler und Anja Licka gut aufgelegte und sichere Abnehmerinnen auf der Aussen-und Diagonalposition fand, punkteten die Gastgeberinnen regelmässig mit ihren Angriffen. Dass sie über die Mitteposition und mit ihren Blocks nur vereinzelt zu direkten Punkten kamen, liess sich so problemlos verschmerzen.

Doch ganz ungetrübt fiel das Fazit des Trainerduos Vasi Koutsogiannakis und Andreas Maurer nach dem ersten NLB-Sieg und dem Überstehen der 5. Runde im Schweizer Cup innert zwei Tagen nicht aus. «Die Stabilität fehlt noch», sagte Maurer. Koutsogiannakis führte aus: «Wenn wir klar vorne liegen, leisten wir uns immer wieder hier und dort kleine Eigenfehler. In der NLB liegt das aber viel weniger drin als letzte Saison in der 1. Liga, wo das kaum ein Gegner ausgenutzt hat. Wir müssen lernen, unser Spiel durchzuziehen.» Der Punktverlust beim 3:2 gegen Ruswil hätte sich mit mehr Konstanz ebenso vermeiden lassen wie der Verlust des zweiten Satzes und die Zitterpartie im dritten Satz gegen Obwalden. Umso besser aus Unterländer Sicht, dass neben bewährten Kräften wie Captain Mirjam Fessler, die in der umkämpften Schlussphase des heiklen dritten Satzes gegen Obwalden für die Punkte zum 29:27 sorgte, auch auf die starken Neuzuzüge Verlass ist.

Gut kaschierte Nervosität

In Abwesenheit der langjährigen Beachvolleyball-Nationalspielerin Romana Kayser, die eine Cup-Pause einlegte, übernahm die neue Aussenangreiferin Anja Licka gegen Obwalden Verantwortung, wenn es eng wurde. «Ich versuche, in entscheidenden Phasen bewusst die Bälle zu fordern und mir nichts anmerken zu lassen», verriet sie, «selbst wenn ich davor einen Fehler gemacht habe und in Wahrheit ein bisschen nervös bin.» Die Leistungsschwankungen in den einzelnen Partien führt die 18-Jährige auf die Unerfahrenheit des Teams zurück. Sie selbst kann trotz ihres jungen Alters bereits auf NLB-Erfahrung bauen. In Jona, wo sie das Volleyballspielen erlernte, gehörte sie in den vergangenen Saisons zur NLB-Equipe.

Ins Unterland wechselte das Mitglied des Nachwuchs-Nationalkaders im Beachvolleyball zum einen, da sie bereits seit 2012 zur Beachvolleyball-Sektion ZuZu-Beach angehörte, und zum andern, weil sie nach acht Jahren in Jona Lust auf Neues verspürte. In der jungen Hallen-Equipe der Unterländerinnen fühle sie sich sehr wohl. «Wir haben ein lässiges Team und unternehmen auch neben dem Feld vieles gemeinsam.» Trotz des Konkurrenzkampfes, der nicht zuletzt durch ihre Ankunft verschärft wurde, empfinde sie die Stimmung als sehr gut. «Jede versucht, sich durch gute Leistungen im Training einen Platz zu erkämpfen, und durch nichts anderes.»

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