Donnerstag, 22. Mai 2014, 08.51 Uhr

Bereit fürs grosse Sandspektakel

Präsident Vasi Koutsogiannakis (links) und Beach-Leiter Christian Busin packen selbst mit an. Bild: Balz Murer



Vasi Koutsogiannakis blinzelt glücklich in die tiefstehende Abendsonne über dem Klotener Freibad Schluefweg. Mit dieser um die Wette strahlend, erblickt er rechts vor sich, wie die wackeren Frauen und Männer der neugegründeten Plausch-Beachvolleyballgruppe unter Anleitung von Trainer Philipp Häring Kraftübungen im Sand absolvieren. Links davon, durch den neu erbauten Zaun getrennt, spielen sich die Elite-Männer ein, die in der Schweizer Beach-Rangliste unmittelbar hinter den Profi-Teams des Nationalkaders figurieren. Noch ein Feld weiter links schliesslich beginnen die Elite-B-Frauen ihr Training unter David Lehner, bis zur vergangenen Saison noch NLA-Hallenvolleyballer des VBC Züri Unterland.

Koutsogiannakis erklärt: «Genau so haben wir uns das vorgestellt: dass wir neue Trainingsgruppen anbieten, und dass alle an einem Ort trainieren können, so dass ZuZu-Beach ein richtiges Zentrum bekommt.» Dies sei zum einen für das Gemeinschaftsgefühl in der Beachvolleyball-Abteilung wichtig, sagt der Klubpräsident. Zum andern ermögliche die Beachtown die gerade für den Nachwuchs wichtigen Nachahmungseffekte. «Wenn die Juniorinnen ihren Idolen, den U20-Europameisterinnen Nicole Eiholzer und Nina Betschart, beim Trainieren zuschauen und sich bei ihnen etwas abschauen können, ist das viel wert.»

«Nicht selbstverständlich»

Um all das möglich zu machen, aber auch, um die Abläufe in der stetig wachsenden Abteilung des Klubs zu vereinfachen, entwickelten die Beachvolleyball-Trainer Kurt Brunner und Vasi Koutsogiannakis den Plan, die bereits bestehende Anlage im Klotener Freibad Schluefweg auszubauen. Bis anhin waren die Sandaktivitäten des Vereins auf drei Standorte verteilt: neben Kloten spielten die ZuZu-Beacher auch an der Bassersdorfer BXA und der Kantonsschule Zürich Unterland in Bülach. Dass sie mit ihrem Ansinnen bei den Verantwortlichen der Stadt Kloten auf offene Ohren stiessen, habe ihn sehr stolz gemacht, sagt Koutsogiannakis.

«Die Stadt hat uns von Anfang an sehr gut unterstützt. Das habe ich als eine grosse Honorierung unserer Arbeit empfunden», führt der 29-jährige Jurist aus. «Es ist ja nicht selbstverständlich, dass ein gut benutzter Teil der Liegewiese abgetrennt und für unseren Sport reserviert wird.» Von den ersten Kontakten mit dem Klotener Bereichsleiter Freizeit und Sport, dem ehemaligen Bülacher Eishockey-Erstligatrainer Kurt Steinwender, bis zum Bau vergingen nicht einmal zwei Jahre - ein sportliches Tempo für ein öffentliches Bauvorhaben. Ursprünglich hätte die Beachtown sogar schon vor einem Jahr in Betrieb gehen sollen. Doch es kam zu Verzögerungen, auch wenn die rund 250'000 Franken Kosten für den Bau bereits im städtischen Budget 2013 enthalten waren. Deshalb freilich blieb die Beachtown von der Klotener Budgetdebatte im vergangenen Winter unberührt.

Nun sind in der Freibad-Ecke bei der Minigolf-Anlage jene Bäume gefällt und Äste geschnitten, die den vier neuen Spielfeldern im Weg standen, sind 500 Tonnen feinster Sand aus den Niederlanden verlegt und Betonsockel für die fix installierten Netzpfosten im Boden eingelassen worden. Zäune und eine neue Materialhütte sind aufgestellt, Betonplatten für mögliche Turnier-Festwirtschaften und das zukünftige Athletik-Zelt sind verlegt und schliesslich die Linien für die Spielfeldumrandungen angebracht worden. Somit ist die Bühne bereit für den ersten bedeutenden Anlass: das Turnier der dritthöchsten nationalen Kategorie A3 am Sonntag ab 9 bis etwa 17 Uhr. ZuZu-Beach-Leiter Christian Busin blickt ihm freudig entgegen: «Dank der Beachtown können wir das Frauen- und das Männer-Turnier mit je 16 Teams zum ersten Mal am selben Ort austragen. Das ist super für die Stimmung und schätzen alle Aktiven sehr.»

Zum Auftakt winken Heimsiege

Zuschauer, die via den Eingang beim Minigolf-Feld freien Eintritt geniessen, könnten am Sonntag Zeugen von Heimerfolgen in beiden Turnierfeldern werden. Bei den Männern zählen die neuen ZuZu-Beach-Teams Bernhard Beyeler/Manuel Sutter und David Widmer/Jonas Stadelmann ebenso zu den Favoriten wie die alteingesessenen ZuZu-Beach-Duos von Raffael Bühler und Andreas Catschegn sowie Busin selbst, der mit seinem Beach-Kompagnon Thomas Schatzmann antritt. Bei den Frauen dürfte Neuzuzug Romana Kayser an der Seite von Muriel Grässli mit dem ZuZu-Beach-Top-Duo Nicole Eiholzer/Nina Betschart um den Sieg kämpfen.

Offenes Turnier und Firmenevents

Bevor am Sonntag das erste grosse Elite-Turnier beginnt, kommen auf dem feinen Sand der neuen Klotener Beachtown im Freibad Schluefweg die Freizeitsportlerinnen und -sportler zum Zug: Morgen Freitagabend organisiert ZuZu-Beach erstmals ein offenes Turnier für Plauschspieler. Wenn sich bei schönem Wetter mindestens sechs Teams jeweils freitags bis spätestens 18.30 Uhr vor Ort anmelden, kommt von nun an allwöchentlich bis August ein Turnier zur Austragung. «So können wir der Öffentlichkeit auch etwas zurückgeben», sagt ZuZu-Beach-Leiter Christian Busin. Mindestens ein Spielfeld bleibt ohnehin für Badi-Beacher frei, ausser während offiziellen Turnieren. Ausserdem bietet der Verein neu Beachvolleyball-Firmenevents mitsamt Bewirtung an. Daran Interessierte wenden sich per Mail an: marketing@vbczu.ch.

Bericht von Peter Weiss im Zürcher Unterländer vom 22. Mai 2014.

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