Dienstag, 28. Oktober 2014, 09.05 Uhr

Eine missratene Heimpremiere

Seine Routine könnte für Züri Unterland noch viel wert sein: Der Lette Maksims Rostovcevs (rechts am Netz) hatte in der Ruebisbachhalle gegen seine ehemaligen Teamkollegen aus Einsiedeln einen starken Auftritt. Bild: Dominic Staub

Bericht von Roman Hitz aus dem Zürcher Unterländer vom Dienstag, 28. Oktober 2014

Am Ende entschied ein Punkt die Partie zwischen Züri Unterland und Einsiedeln, der sinnbildlich war: Neuzugang und Hoffnungsträger Yusnaikel Argilagos schlug den Ball aus guter Angriffsposition meterweit ins Aus. Die Unterländer Spieler reklamierten zwar noch beim Schiedsrichter, der Ball sei vom gegnerischen Block abgelenkt worden – vergeblich, die überraschende Niederlage war besiegelt. So unerwartet der Erfolg der Innerschweizer auch kam, verdient war er allemal.

Die Spieler von Einsiedeln-Sportmanager Ernst Rüdisüli zeigten eine konstante Leistung und wussten die Geschenke des Heimteams anzunehmen. Für Rüdisüli war es ein ganz spezielles Spiel, denn als Präsident und Trainer hatte er Züri Unterland einst von der 1. Liga in die NLA geführt: «Ich habe viele Bekannte hier und bin herzlich in der Halle empfangen worden.» Wehmut, dass er nach all den Jahren nicht mehr am Ruebisbach tätig ist, verspürt Rüdisüli nicht: «Ich kann das Ganze gut trennen und konzentriere mich voll und ganz auf meine Aufgabe bei Einsiedeln.»

Argilagos enttäuscht

Der Start in die Partie verlief für den ehemaligen Unterländer dann weniger freundlich: Züri-Unter- land-Aussenangreifer Argilagos schickte den Ball mit voller Wucht Richtung Rüdisüli und schlug so- mit nicht nur den letzten, sondern auch den allerersten Ballwechsel der Partie weit neben das Feld. Vom ehemaligen Beachvolleyball- Profi und Nationalspieler Kubas erhofft man sich bei den Unterländern viel. War der 2,01-Meter-Riese beim ersten Saisonspiel wegen einer fehlenden Unterschrift noch nicht spielberechtigt, so bestritt er gegen Einsiedeln seinen ersten Ernstkampf in der Schweiz. Argilagos kam aber während des ganzen Spiels nicht auf Touren, machte viele Fehler beim Service sowie am Netz und konnte seine Unsicherheit auch gegen aussen nicht verbergen.

Nebst der bescheidenen Leistung Argilagos’ war vor allem die ungenügende Punktverwertung der Unterländer schuld an der Niederlage. «Wir konnten die Punkte nicht gut beenden und waren über die ganze Partie hinweg zu inkonstant», stellte Unterlands Spielertrainer Gilman Angel Cao Herrera nach Spielende fest. Zudem müssten sich das Team und die neuen Spieler noch etwas finden und Automatismen im Umschaltspiel von der Verteidigung auf den Angriff entwickeln.

Rostovcevs überzeugt

Trotz dieser Unstimmigkeiten gab es aus Unterländer Sicht auch Lichtblicke. Neo-Libero Thomas Schatzmann sowie die beiden Mittelblocker David Schlatter und Fabian Bigger zeigten auf ihren Positionen solide Leistungen. Einen überragenden Auftritt zeigte zudem Diagonalangreifer Maksims Rostovcevs. Der Lette, der auf diese Saison hin von Einsiedeln zu Züri Unterland gestossen ist, punktete gegen sein ehemaliges Team fast nach Belieben: «Ich liebe es, gegen alte Kollegen zu spielen, da will ich bestimmt nicht verlieren», sagt er. Der 30-Jährige spielte in seiner Karriere schon in Lettland, Irland, Deutschland und Dänemark und bringt dementsprechend viel Routine an den Ruebisbach: «Dank meiner Erfahrung kann ich Spielsituationen relativ gut lesen und auch den jüngeren Spielern einige Tipps mit auf den Weg geben.» Rostovcevs’ Erfahrung jedenfalls könnte für Züri Unterland im Kampf um den angestrebten Playoff-Platz noch so einige Punkte wert sein.

Besser als den Männern erging es am Wochenende Züri Unterlands Frauen. Das Team von Trainer Milcone Bacchini blieb auch in der 2. Runde der Erstligameisterschaft ungeschlagen und reihte an den Startsieg gegen Aadorf einen 3:2-Heimerfolg gegen Kreuzlingen.

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