Montag, 20. April 2015, 10.35 Uhr

Platz 5 an der Schweizermeisterschaft

Captain Diana Steffen pfeffert den Ball ins Feld des TSV Düdingen (Bild: Dominic Staub)

Das Abenteuer Schweizermeisterschaft startete für die U19 Juniorinnen bereits im vergangenen Herbst. An vier Qualifikationsturnieren setzen sich die jungen Volleyballerinnen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren gegen ihre Konkurrenz aus der Region Zürich durch und qualifizierten sich letztlich ohne Satzverlust für die Endrunde in Chur. Das U19-Team spielte nur während den Qualifikationturnieren in dieser Konstellation. Im Hinblick auf das Endrundenturnier wurden deshalb zusätzliche Trainingseinheiten sowie ein dreitägiges Trainingsweekend in Kreuzlingen organisiert, um optimal auf die Herausforderungen an der Schweizermeisterschaft vorbereitet zu sein.

Am vergangenen Samstagmorgen machte sich alsdann die muntere Truppe unter der Leitung von Vassilios Koutsogiannakis, Philipp Häring und Tim Gelmi mit dem Minibus auf den Weg in die Bündner Berge. Die Vorfreude auf das Turnier war sicht- und hörbar. So machten die Mädchen bereits im Bus gehörig Stimmung. Nach der Ankunft in Chur waren die Juniorinnen aber auch sehr schnell wieder konzentriert bei der Sache und wärmten sich für das erste Spiel auf. Es stand sogleich eine Doppelrunde an. Die Gegner TSV Düdingen und VBC Aadorf sollten eigentlich eine lösbare Aufgabe sein, aber wie bei Schweizermeisterschaften üblich, weiss man nie von Anfang an, in welcher Form sich die Teams letztendlich präsentieren. Gerade bei NLA-Clubs wie Aadorf ist oft noch verstecktes Potential in den Nachwuchsmannschaften vorhanden. Die U19-Juniorinnen, angeführt von Captain Diana Steffen, legten los wie die Feuerwehr und fegten die Freiburgerinnen mit 25:8 und 25:12 beinahe vom Feld. Auch im Spiel gegen Aadorf liess das junge Team nichts anbrennen und spielte sehr präzise und mit viel Druck beim Angriff. Es resultierten auch hier zwei relativ deutliche Satzgewinne der Unterländerinnen mit 25:14 und 25:22. Dass mit einem Sieg im nächsten Spiel auch der Gruppensieg und damit die direkte Viertelfinalqualifikation möglich wäre, brachte das Team nicht aus der Ruhe – wenigstens zu Beginn noch nicht.

In der kurzen Spielpause vor der entscheidenden dritten Partie verpflegten sich die Mädchen im Turnierrestaurant und ruhten sich etwas aus. Die Turnierorganisation rund um Rätia Volley hat sich sehr viel Mühe gegeben ein gutes Turnier auf die Beine zu stellen und ein optimales Umfeld für die Spielerinnen zu schaffen. Dies ist ihnen in der Tat gelungen. Kurze Zeit später richteten die Coaches den Fokus wieder auf das dritte Gruppenspiel gegen Volley Smash 05 Laufenburg-Kaisten. Die NLA-Herren der Laufenburger waren bis vor einer Saison noch regelmässig zu Gast am Ruebisbach in Kloten. Jetzt sollten sich die beiden Clubs für einmal bei den Juniorinnen um den Viertelfinaleinzug duellieren. Erneut liessen die Zürcherinnen keine Zweifel aufkommen, dass sie auf dem Platz das Sagen hatten. Passeuse Eliane Häring – die jüngste Spielerin im Team – übernahm von Beginn an Verantwortung und verteilte die Pässe clever zu den Angreiferinnen, welche diese kompromisslos zum 25:12 Satzgewinn verwerteten. Damit war der Gruppensieg in der Tasche. Im zweiten Satz liessen sich die Zürcherinnen von den Aargauerinnen kurz überrumpeln. Zwar konnten sie den Rückstand bis Satzende wieder wett machen, mussten aber den Satz letztendlich aber knapp mit 25:23 abgeben. Diesen kleinen Makel korrigierte das U19 aber kurzerhand im Entscheidungssatz, welchen sie mit 15:5 für sich entschieden.

Der direkte Einzug in die Viertelfinals war somit Tatsache und die Mädchen konnten sich bereits etwas früher vom Turniergeschehen zurückziehen. Nach einer kurzen Massage fuhr das Team gemeinsam ins Hotel wo ein feines Abendessen mit den mitgereisten Eltern, Fans und Betreuern und alsbald dann auch ein gemütliches Bett warteten.

Um 6 Uhr früh klingelte bereits der Wecker. Der fünfzehnminütige Spaziergang in der kühlen Bündner Bergluft aktivierte die Mädchen ziemlich schnell, sodass sie anschliessend wie ein Rudel Wölfe das Frühstücksbuffet in Beschlag nahmen, um die Energietanks für den bevorstehenden Turniertag zu füllen.

Kurze Zeit später spielten sich die Mädchen in der hohen Dreifachturnhalle der Gewerbeschule Chur wieder warm für die bevorstehende Viertelfinalpartie gegen den VBC Cheseaux. Der NLA-Club aus der Waadt hatte mit Maude Pittet eine gestandene Nationalliga A-Angreiferin in ihren Reihen. Die 18-jährige wurde von der Passeuse dann auch regelmässig gesucht. Ihre Angriffe konnte aber von den Zürcherinnen immer wieder geblockt oder verteidigt werden. Nichtsdestotrotz war das Team schnell mit einem Rückstand konfrontiert. Die Nervenstärke des vorangegangenen Turniertages war plötzlich komplett verflogen und es reihte sich ein unnötiger Eigenfehler an den anderen. Die Trainer Häring und Koutsogiannakis schöpften alle Möglichkeiten des Coachings aus. Kurze Aufholjagden wurden aber oft jäh mit einem Servicefehler beendet. Und auch die diversen Unterbrüche durch die Unbeholfenheit der Offiziellen trug nicht gerade dazu bei, dass sich die junge Mannschaft wieder hätte fangen können. So ging der erste Satz mit 25:22 an die Waadtländerinnen. Dass in den Zürcherinnen mehr Potential steckt, war offensichtlich. Wie gelähmt standen sie sich in dieser Partie selbst im Weg und insbesondere Hauptangreiferin Sarah Bolter kam an diesem Morgen überhaupt nicht auf Touren. Im zweiten Satz lief es zunächst etwas besser. Plötzlich war man aber erneut mit vier Punkten Rückstand konfrontiert. Diesen wussten die Spielerinnen aus Cheseaux gekonnt zu verwalten und sicherten sich verdient den Halbfinaleinzug.
Mit dieser schmerzlichen Niederlage war der emotionale Tiefpunkt des Tages erreicht. Geschlagen von sich selbst, zogen sich die Spielerinnen in die Katakomben der Sporthalle zurück.

Nachdem die Tränen getrocknet waren und die Niederlage etwas verdaut werden konnte, motivierte das Trainertrio die Spielerinnen neu. Im Kampf um die Plätze fünf bis acht wollte man sich nicht so leicht geschlagen geben. Mit Laufenburg-Kaisten stand als nächster Gegner ein bekanntes Team auf dem Programm. Die Unterländerinnen hatten die Niederlage im Viertelfinale zwar noch nicht vollständig verdaut, der Spielwitz war aber zurückgekehrt. So konnte man sich gegen die Aargauerinnen in zwei Sätzen durchsetzen und zog in die Platzierungsspiele um die Plätze fünf und sechs ein. Mit Volley Lugano wartete dort erneut ein starker Gegner. Angefeuert von den zahlreich angereisten Eltern und Fans spielten sich die Unterländerinnen in einen Rausch und verwerteten ihre Sideouts sicher. Libera Alina Chicherio rettete den Ball wiederholt mit spektakulären Verteidigungsaktionen. Das Team funktionierte wie ein gut geöltes Uhrwerk. Mit 25:20 und 25:17 holten sich die U19-Juniorinnen verdient den Sieg und damit auch den fünften Platz an den Schweizermeisterschaften 2015.

Coach Vassilios Koutsogiannakis zeigte sich nach dem Turnier sehr zufrieden mit seinen Spielerinnen. «Der 5. Platz ist top! Der Einzug in die Halbfinals wäre mit etwas mehr Nervenstärke vermutlich möglich gewesen, aber für eine Medaille hätte dann schon alles stimmen müssen. So konnten wir das Turnier mit zwei Siegen abschliessen, was doch auch schön ist. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.»

Schweizermeisterinnen wurden die Spielerinnen von Volley Köniz, die sich im Final in überragender Manier gegen Franches-Montagnes durchsetzen konnten. Die Plätze drei und vier belegten Sm’Aesch Pfeffingen und der VBC Cheseaux. 

In unserer Galerie findest Du natürlich ein paar Impressionen von den beiden SM-Tagen in Chur.

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