Freitag, 13. Mai 2016, 08.40 Uhr

Bewährte und neue Kräfte im Sand

Bericht von Peter Weiss im Züricher Unterländer vom 13. Mai 2016

Die stimmungsvolle Beacharena vor dem Largo Zorzi von Locarno bildet nach der Zürcher Bahnhofshalle zwar bereits die zweite Station der höchsten einheimischen Turnierserie A1. Doch da sie damals zeitgleich mit dem Zürcher Turnier ihre Trainingsstätte, die Beach-Town am Klotener Freibad Schluefweg, für den Trainingsbetrieb erst herrichteten, kam der Saisonstart am zweiten April-Wochenende für die Spitzenteams der Beachvolley- ball-Sektion des VBC Züri Unterland bei weitem zu früh. Nun aber greifen sie – nach fünf Trainingswochen, inklusive ihres einwöchigen Trainingslagers auf Mallorca – deutlich besser vorbereitet ins A1-Geschehen ein.

Nach dem Abgang der beiden Serien-Schweizer-Meisterinnen und zweifachen U20-Europa- meisterinnen Nicole Eiholzer und Nina Betschart, die nun fast ausschliesslich am nationalen Leistungszentrum in Bern trainieren, ruhen die grössten ZuZu- Beach-Hoffnungen auf dem Männerduo Jonas Stadelmann / David Sturzenegger. In ihrer zweiten gemeinsamen Saison wollen sie an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen.

Ein prominenter Rückkehrer

«Wir wollen in der Schweizer Rangliste unter den besten sechs Teams bleiben und an der Schweizer Meisterschaft in Bern den 5. Platz erreichen», sagt Jonas Stadelmann «Mit dem Sieg am A1-Turnier von Olten haben die beiden letztes Jahr einen Riesenexploit geschafft», ergänzt Christian Busin, «das gilt es nun, mit guten Ergebnissen auf dieser Stufe zu bestätigen. Und an A2- und A3-Turnieren spielen sie immer um den Sieg mit.» Letzteres galt im Vorjahr auch noch für den ZuZu-Beach-Leiter selbst. Doch weil Busin aus beruflichen Gründen den Trainingsaufwand reduzieren musste und auch sein Mitspieler Raffael Bühler neue Präferenzen setzte, haben die beiden Anfang der Dreissiger Stehenden ihre Beachvolleyball-Karriere auf diese Saison hin beendet.

Neu in der Klotener Beach- Town unter der Leitung von Gilman Angel Cao Herrera trainiert an ihrer Stelle das Duo Fabio Berta / Luca Müller. Berta ist im Klub bestens bekannt, führte er doch 2009 als dynamischer Angreifer Züri Unterlands Männer-Hallen- team in die NLB. Nach einer län- geren Verletzungspause im Vorjahr möchte er sich nun gemeinsam mit seinem neuen Mitspieler, der volleyballerisch im Hallen-NLA-Spitzenklub Schönenwerd gross geworden ist, wie- der auf der A1-Stufe etablieren. «Fabio ist sehr erfahren und als athletischer Linkshänder und ehemaliger Beach-Nationalspieler immer noch einer der an- griffsstärksten Schweizer», führt Busin aus, «es wird darauf ankommen, wie schnell die beiden auf dem Feld zusammenfinden.» In Locarno muss das Duo, ebenso wie die jungen ZuZu-Beach-Trainingspartner Marcel Spahr und Nik Brunschwiler, die Qualifikation bestreiten.

Frauen mit grossem Potenzial

Wie Jonas Stadelmann / David Sturzenegger bei den Männern stehen die Klotenerin Marlen Brunner und ihre neue Mitspielerin Sarah Leemann in Locarno dagegen bereits im Hauptfeld der Frauen. «In der Trainingsgruppe üben sie schon eine Leaderrolle aus» sagt ZuZu-Beachs Frauen-Cheftrainer Kurt Brunner, «sie übernehmen etwa als Juniorinnen-Trainerinnen Verantwortung.» Ob das neue Frauen-Spitzenduo die Klubkolleginnen auch durch eigene Erfolge mitreissen könne, sei indes vorderhand fraglich. Der Grund: Marlen Brunner plagt eine schmerzhafte Reizung der Sehne im rechten Schultergelenk, wegen der sie bereits die vergangene Saison vorzeitig hatte beenden müssen. Kurzfristige Ziele seien daher schwierig zu bestimmen. «Langfristig können sie ein sehr erfolgreiches Duo bilden, ihr Spiel passt sehr gut zusammen», sagt Brunner überzeugt.

Grosses Potenzial erkennt der Erfolgstrainer, der 2014 vom Schweizer Sportdachverband einen Swiss Olympic Coach Award erhalten hatte, auch in weiteren Spielerinnen seiner Gruppe. Auch wenn in der Ära nach Nina Betschart und Nicole Eiholzer die ganz grossen Erfolgsmeldungen für ZuZu-Beach vorerst noch ausbleiben dürften.

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