Freitag, 27. Mai 2016, 08.10 Uhr

Vasi Koutsogiannakis zurück auf der Trainerbank

Bericht von Peter Weiss im Zürcher Unterländer vom 27. Mai 2016

Während viele Aktive des Vereins ihren Sport in der sommerlichen Beach- Variante ausüben, planen die Verantwortlichen des VBC Züri Unterland bereits die nächste Hallensaison. Auf der Trainer- bank des 1.-Liga- Frauenteams kommt es zum Wechsel.

Aus drei mach zwei – so lässt sich der Wechsel auf der Trainerposition von Züri Unterlands 1.-Liga- Frauenequipe, die in der vergangenen Saison die Halbfinals im Aufstiegs-Playoff zur NLB erreicht hatte, in Zahlen zusammenfassen. Milco Bacchini und seine Trainerkollegen Andreas Maurer und Kurt Brunner räumen nach zwei Spielzeiten ihre Posten. «Im Verlauf der Analyse der vergangenen Saison, die zur Vorbereitung auf die nächste dienen sollte, hat Milco Bacchini aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt gegeben», erklärt Dominic Staub, Züri Unterlands Vize- und derzeitiger Interimspräsident. «Andreas Maurer und Kurt Brunner hätten weitergemacht, hätten aus zeitlichen Gründen das Amt aber nur im Verbund mit einem dritten Trainer ausüben können – rechtzeitig einen geeigneten Dritten zu finden, wäre aber schwierig geworden.» Dies umso mehr, als die Zeit drängte. Staub: «Einige unserer Spielerinnen sind begehrt und auch schon von anderen Klubs kontaktiert worden, darum wollten wir rasch für klare Verhältnisse sorgen.»

Vereinfacht worden sei ihm und seinen Vorstandskollegen der Entscheid dadurch, dass sie eine gute Alternative hatten. Denn in der Zwischenzeit hatte eine wohlbekannte Grösse erklärt, dem Verein ebenfalls als Trainer wieder zur Verfügung zu stehen: Vasi Koutsogiannakis. Der ehemalige Klubpräsident, der an der Seite von Ernst Rüdi- süli als Trainer das Männer-Fanionteam innert vier Jahren von der 1. Liga in die NLA geführt und dort etabliert hatte, ist nach einem Aufbau-Studienjahr in Australien im Frühjahr ins Unterland zurückgekehrt. Nun gibt der 31-Jährige sein Comeback auf der Trainerbank des Frauen-Fanionteams, mit dem er im Verbund mit Andreas Maurer 2012/13 auf Anhieb die NLB-Promotion gefeiert hatte, in der Folgesaison aber den bitteren Abstieg hinnehmen musste.

Prominente Neuzuzüge

Als gleichberechtigter Trainer- kollege wird Vasi Koutsogiannakis Thomas Schmidli zur Seite stehen. Beide kennen einander seit ihrer gemeinsamen Zeit als 2.-Liga-Spieler für den benach- barten Klub Volley E.F.I. Mit den U21-Junioren des Vereins aus Effretikon, Fehraltorf und Illnau sammelte Schmidli schon in jungen Jahren erfolgreich Trainer- erfahrungen. Philipp Häring, Chefcoach der U23-Juniorinnen-Equipe des Vereins, wird das Duo in der Trainingsarbeit unterstützen – zumal die meisten sei- ner Spielerinnen auch dem 1.- Liga-Fanionteam angehören. «Es ist ein junges Team, einen Gross- teil der Spielerinnen kenne ich noch gut», antwortet Koutsogiannakis denn auch auf die Frage nach seiner Motivation, «ausser- dem freue ich mich auf das Pro- jekt U23-Schweizer-Meister- schaft in Zusammenarbeit mit Volero Zürich.» Infolge einer Modusänderung werden die Schweizer-Meister-Titel im Nachwuchs ab der kommenden Saison in einem Final-4-Turnier vergeben. Um den Sprung unter die besten vier Teams des Landes zu schaffen, wollen der sportlich erfolgreichste (Volero) und der mitgliederstärkste Volleyballklub (Züri Unterland) des Kantons in diesem Bereich kooperieren und einige Spielerinnen mit Doppellizenzen ausstatten. 

Auch in Sachen Kader läuft die Planung beim ambitionierten Erstligisten auf Hochtouren: Zu einem ersten Hallen-Probetraining hätten sich kürzlich nicht weniger als 20 Spielerinnen angemeldet, berichtet Koutsogiannakis. Mit Ausnahme von Laura Mählmann und Katja Köder, die aus gesundheitlichen Gründen vorläufig vom Hallen-Volleyball zurücktreten, sowie Laura Rüegg, die berufsbedingt kürzertritt,hätten schon fast alle bisherigen Spielerinnen für die kommende Saison zugesagt.

Dazu meldet Koutsogiannakis zwei prominente Neuzuzüge: Die NLA-erfahrene Mittelblockerin Fujan Fahmi kehrt nach einem Jahr Pause zurück. Und mit Ariane Geissmann wechselt gar eine 51-fache Schweizer A-Nationalspielerin zu Züri Unterland – und die Sportart. Nach dem Ende ihrer Handballkarriere hinterliess die Kreisläuferin, die zuletzt mit dem LK Zug 2015 den nationalen Meistertitel gewonnen hatte, im besagten Probetraining einen so guten Eindruck, dass sie beim Volleyball-Erstligisten als Ersatz auf der Libera-Position einsteigen wird.

Kontinuität auf Bank und Feld
Im Gegensatz zu den Frauen bleibt auf der Trainerbank von Züri Unterlands Männer-Fani- onteam in der kommenden Sai- son alles beim Alten: Der Verein hat den Vertrag mit Gilman An- gel Cao Herrera als Cheftrainer des NLB-Hallenteams sowie als Beachvolleyball-Männer-Elite- trainer um ein weiteres Jahr ver- längert. «Er hat eine so gute Arbeit geleistet, dass es daran von unserer Seite aus gar nichts zu rütteln gegeben hat», be- gründet Sportmanager Fabian Bigger. «Er hat es in kurzer Zeit geschafft, nach dem freiwilligen Rückzug aus der NLA aus den wenigen bisherigen und vielen neuen Spielern ein echtes Team zu formen», führt Bigger, seit Jahren selbst Mittelblocker der Mannschaft, aus.

Nach jenem Umbruch vor einem Jahr Kontinuität ins Team zu bringen, sei neben dem guten Ruf Cao Herreras, der neue Spie- ler anlocken könnte, ein weiterer Grund gewesen. Auch was das Spielerkader angeht, freut sich Bigger über grosse Konstanz: Die NLA-erfahrenen Teamstützen Fabian Perler, David Schlatter und Raphael Licka haben ebenso wie er selbst und Manuel Gahr, der nach einem Studienaufent- halt gegen Ende der vergange- nen Saison wieder zum Team gestossen war, für die kommen- de Spielzeit bereits zugesagt. Auch der talentierte Libero und Aussenangreifer Marco Back habe sein Jawort gegeben, mit den übrigen Spielern seien noch Gespräche nötig, verrät der Sportmanager. 

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