Freitag, 14. Oktober 2016, 10.50 Uhr

Unterland-Männer gehen Titelverteidigung mit Kontinuität an

Bericht von Peter Weiss im Zürcher Unterländer vom 14.10.2016

Züri Unterlands Fanionteam-Mittelblocker Fabian Bigger hat für einmal ruhige Frühjahrs- und Sommermonate in seinem Amt als Sportmanager geniessen dürfen. Hatte er vor zwei Jahren noch händeringend nach Verstärkungen mit NLA-Niveau gesucht und vor Jahresfrist, nach dem freiwilligen Rückzug aus der Schweizer Spitzenliga, mit grossen Anlaufschwierigkeiten überhaupt genügend Kollegen für ein
NLB-Team gefunden, so hatte er dieses heuer schnell beisammen.

«Wir haben uns ein paar Tage nach dem Saisonende zu einem Essen mit Abschlussbesprechung getroffen», berichtet Bigger, «bei der Gelegenheit haben die meisten schon gleich für die neue Saison zugesagt.» Neben der guten Stimmung im Team und der frühzeitig kommunizierten Vertragsverlängerung des Spielertrainers Gilman Angel Cao Herrera dürfte der sportliche Erfolg die Aufgabe vereinfacht haben. Denn nach nur kurzen Startproblemen fand sich das neu formierte Team in der vergangenen Spielzeit bald, zog in die Finalrunde der besten acht aus beiden NLB-Gruppen ein und beendete diese auf Platz 1. Und der brachte den Unterland-Männern gar den NLB-Meistertitel ein.

Ambitionierte Gegner

«Als Meister mit einem punktuell verstärkten Kader kann es für uns kein anderes Ziel geben als die Titelverteidigung», fordert Fabian Bigger. Doch der 28-jährige Masterstudent in Wirtschaftsrecht gibt zu bedenken: «Ein Selbstläufer wird das nicht.» Auch die Kon- kurrenz habe sich verstärkt und hege Ambitionen. «Laufenburg- Kaisten hat einen starken Neuzu- zug verpflichtet, Schönenwerds zweite Mannschaft wird auch wieder schwierig zu besiegen sein, und aus unserer Gruppe ist auch Volero Zürich zu beachten», zählt Bigger auf. Aus der NLB- Westgruppe, stuft Züri Unter- lands Sportmanager die Equipe von Uni Bern als gefährlichsten möglichen Finalrundenwidersacher ein. «Die Berner haben sehr gute Spieler geholt. Man munkelt, dass sie aufsteigen wollen», berichtet er. Für Züri Unterland stellt die Rückkehr in die NLA indes kein Ziel dar. «Für uns wäre der Aufstieg definitiv kein Thema», stellt Bigger, seit der GV vom Juni auch Vizepräsident des Klubs, klar.
«Finanziell wäre es schwierig, ausserdem besteht der Kern unseres Teams aus vielen erfahrenen Spielern, die schon in der NLA gespielt haben und aus beruflichen oder Studiengründen nicht mehr dorthin zurückwollen.» Tatsächlich stellen NLA-erfahrene Kräfte wie Fabian Bigger selbst, sein Mittelblock-Kollege David Schlatter, Passeur Fabian Perler sowie die Aussenangreifer Raphael Licka und Manuel Gahr, der gegen Ende der vergangenen Spielzeit nach einem Studienaufenthalt in Singapur zurückgekehrt war, das Gerüst des Unterland-Teams. Gemeinsam mit Libero Marco Back, dem Aufsteiger der vergangenen Saison, sowie dem Diagonalangreifer Remo Spahr bilden sie eine eingespielte Einheit.

Dass Bigger seine Mannschaft heuer als stärker einschätzt als im Vorjahr, hat nicht zuletzt mit den Neuzuzügen zu tun. Der athletische und sprungkräftige Kubaner Felix Ernesto Navarro Alderet, der vom Zweitligisten Rämi an den Ruebisbach gewechselt hat, stelle im Diagonalangriff bereits eine Alternative dar, ebenso wie der NLB-erprobte Jérôme Haldemann (von Chênois) im Mittelblock. «Wir haben jetzt mehr Optionen, es hängt nicht mehr alles an den gleichen Spielern», sagt Bigger erfreut.

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