Freitag, 21. Oktober 2016, 11.35 Uhr

Berg-und-Tal-Fahrt zum Auftaktsieg

Bericht von Peter Weiss vom 17.10.2016 im Zürcher Unterländer

Die Unterländerinnen, die am Ende der Spielzeit in die NLB aufsteigen wollen, sicherten sich mit dem 3:1-Erfolg in der wichtigen Auftaktpartie das Maximum von drei Punkten. Während des vierten Satzes schien dies lange Strecken gefährdet: Beim Stand von 4:5 handelten sich die Gastgebe- rinnen erstmals einen Rückstand ein, der vorübergehend bis auf vier Zähler wuchs. Erst zum 17:17 glichen sie wieder aus. Und selbst nachdem die Gastgeberinnen 24:20 vorne lagen, machten sie es noch einmal spannend. Kreuzlingen kam bis auf einen Zähler heran, ehe Chabeli Hasler mit einem Angriff so geschickt den Block anschlug, dass der Ball am Boden landete. Der vierte Matchball zum 3:1-Sieg war verwertet, die Unterländerinnen durften vor den zahlreich zum Saisoneröffnungsapéro erschienenen Fans zum Freudentänzchen ansetzen.

Dass es die athletische Diagonalangreiferin war, die für den Schlusspunkt sorgte, entsprach einer gewissen Logik: Denn je enger die Partie wurde, desto mehr suchte die neue Passeurin Eliane Häring mit ihren Zuspielen Hasler und Captain Mirjam Fessler. Die beiden langjährigen Leistungsträgerinnen zeigten mit ihren druckvollen, klug platzierten Angriffen, wie wertvoll sie auch im gegenüber dem Vorjahr ergänzten Team sind.

Gelungenes Debüt

Vereinzelte Spielzüge über die Mitte, wo Rückkehrerin Fujan Fahmi nicht nur am Block, sondern auch mit ihren Angriffen zu glänzen vermochte, sorgten für Überraschungsmomente «Ich arbeite daran, öfter schnell über die Mitte zu spielen», verriet Eliane Häring nach der Partie, «Chabeli und Mirjam habe ich bewusst öfter angespielt, weil ich gemerkt habe, dass sie gut drauf und darum ein sicherer Wert sind.» Mit ihrem Debüt im Fanionteam zeigte sich das 17-jährige Eigengewächs, das diesmal mehr Einsatzzeit bekam als die zweite Passeurin im Team, Isabelle Stalder, zu Recht zufrieden: «Am Anfang war ich noch nervös, aber das hat sich im Lauf des Spiels gelegt.» Als die ganze Mannschaft zwischenzeitlich nachliess, habe auch sie am Pass Mühe bekundet: «Vieles hängt miteinander zusammen», erklärte Häring, «wenn es in der Aufschlagannahme schlechter läuft, habe ich auch weniger Möglichkeiten, einen guten Pass zu spielen.

Tatsächlich hatten die Unterländerinnen die Gäste zu Beginn der Partie klar im Griff. Da den Thurgauerinnen immer wieder auch einfache Fehler unterliefen, genügte dem Heimteam eine solide Leistung, um die ersten beiden Sätze klar mit 25:19 und 25:15 für sich zu entscheiden. «Am Anfang haben beide Mannschaften noch recht verhalten gespielt und wir sind vorne gelegen, ohne allzu sehr dafür kämpfen zu müssen», schilderte Captain Mirjam Fessler, «so haben wir wohl unbewusst das Gefühl bekommen, dass es sowieso reicht. Aber dann haben die Kreuzlingerinnen einander gegenseitig gepusht, sich gesteigert und vor allem in der Abwehr sehr stark gespielt.» Daher verdienten sich die Gäste den 25:21-Gewinn des dritten Satzes.

Unter Druck bewährt

Nach ihren zwei Saisons als Passeurin erwies sich Mirjam Fesslers Rückkehr auf die gewohnte Position im Aussenangriff gleich bei erster Gelegenheit als enorm wichtig. Zum einen, weil Diana Steffen als Libera aushalf, um die abwesende Alina Chicherio zu ersetzen – was ihr zwar sehr gut gelang, wodurch sie aber mit ihrer Klasse im Angriff fehlte. Zum andern verstauchte sich von den neuen Angreiferinnen Camila Addiechi beim Einspielen den Daumen und erwischte Nadine Mattmann keine gute Tagesform.

Trainer Vasi Koutsogiannakis zog ein positives Fazit: «Am Anfang ist es vielleicht zu einfach gelaufen. Aber am Ende haben sich die Spielerinnen unter Druck bewährt. Das ist mehr wert, als es ein 3:0 gewesen wäre.

Sponsoren