Montag, 28. November 2016, 12.41 Uhr

Sieg in Schaffhausen und Blamage in Luzern

Dieses Wochenende standen zwei Spiele auf dem Programm. Zuerst mussten die Herren in Schaffhausen in der Liga antreten und gewannen souverän. Ein Tag danach in Luzern im Cup verloren die Herren mit 3:2.


Spiele gegen den die Herren vom VBG Klettgau, die nun ihre zweite NLB-Saison bestreiten, sind immer eine spezielle Sache. Die Spieler kennen sich gut, da einige Spieler aus Schaffhausen Vergangenheit bei den Zürchern hatten.
Doch auf dem Spielfeld ist es dann vorbei mit der Freundschaft. Die sehr heimstarken Schaffhauser traten in der «neuen Kanti Halle» gewohnt lautstark und dominant auf. (Wieso die Kanti Halle «neu» heisst, ist dem Autor immer noch ein wenig ein Rätsel. Mit «neu» assoziiert man ja normalerweise hell, geräumig usw. Doch das sind alles Attribute, die definitiv nicht zu dieser tiefen und dunklen Halle passen.)
Das Heimteam setzte mit starken Services die Zürcher von Beginn weg unter Druck. Doch die Gäste und Tabellenführer haben aus dem anstrengenden letzten Spiel in Olten gelernt und sich schnell wieder gefangen. Mit variablem Angriffsspiel über alle Positionen und einer guten Mannschaftsleistung gelang es den Zürchern in jedem Satz mehr Punkte als der Gegner zu machen und so das Spiel mit 3:0 Sätzen zu gewinnen. Einzig im zweiten Satz wurde es für die Gäste ziemlich knapp. Man brauchte 5 Satzbälle um endlich den Sack zu machen zu können (29:27). Der Grund für dieses Zittern lag sicher an den vielen Netzfehlern in diesem Satz. Nicht weniger als 6 Mal berührten die Zürcher unerlaubterweise das Netz und schenkten dem Heimteam so beinahe den Satz. (Bei der Ursachenforschung für diese ausserordentliche Häufung von Netzberührungen muss man wohl ein weiteres Mal das Adjektiv «neu» bei der beschriebenen Halle kritisch betrachten. Auch das Netz hatte schon bessere Tage und biegt sich in Querrichtung stark durch. Das macht das Blocken um einiges schwieriger. Hier muss man jedoch den Klettgauern ein Kompliment machen. Sie schafften es praktisch ohne Netzberührung auszukommen.)
In den anderen Spielen der Liga hat es einige Überraschungen gegeben: Das drittplatzierte Laufenburg hat gegen das Schlusslicht aus Olten sang- und klanglos 3:0 verloren. Die Prophezeiung von Bigger nach dem letzten Spiel, dass die Oltener noch viel weiter vorne stehen könnten, war dementsprechend korrekt. Dank der 5-Satz-Niederlage von Schönenwerd haben die Zürcher ihren Vorsprung nun auf 5 Punkte ausbauen können.
In der ersten Cuprunde für das NLB-Spiel am nächsten Tag war die Stimmung nicht mehr ganz so gut. Die Luzerner spielen eigentlich nur in der 2. Liga, haben aber viele ehemalige NLB-Spieler im Team, die mit dem VBC Luzern vor 3 Jahren den Aufstieg in die NLA geschafft haben. Coach Cao Herrera stellte auf einigen Positionen um und so war es nicht verwunderlich, dass die Luzerner zu Beginn eine Führung herausspielen konnten. Sie agierten geschickt und vielseitig, während die Zürcher einige Probleme in der Abnahme und der Verteidigung zeigten. Der krankheitshalber abwesende Libero Back und die beiden Mittespieler Bigger und Haldenmann wurden vermisst.
Nach dem ersten verlorenen Satz konnten sich die Zürcher fangen und zeigten eine bessere Leistung. Das Verdikt mit 25:11 war sehr klar. Doch wer nun einen klaren Vier-Satz-Sieg der Favoriten erwarten würde, der hat die Rechnung ohne diese spezielle Partie gemacht. Wie aus dem nichts agierten die Unterklassigen im folgenden Satz wieder souverän und gewannen diesen relativ deutlich.
Das Auf und Ab zog sich bis in den fünften Satz durch. Auch dort hatten beide Mannschaften teilweise eine Führung, doch sie gaben sie immer wieder aus der Hand. Zum Schluss wollte die Luzerner im entscheidenden Moment den Sieg mehr und konnten sich so den Sieg mit einem Zwischenspurt in der Schlussphase sichern. Alles in allem ist es ein verdienter Sieg von Luzern. Sie zeigten eine konzentrierte und kämpferisch hervorragende Partie. Währenddessen sich die Zürcher wohl ein bisschen zu siegessicher fühlten nach dem guten Lauf in der Meisterschaft.
Janu, so ist das Leben. Das Aus im Cup ist schade. Es wäre sehr schön gewesen wie im letzten Jahr nochmals gegen einen NLA-Club spielen zu können. Aber wie sagen die weisen Herren aus dem Fussball immer so schön: «Nun können wir uns wenigstens voll und ganz auf die Meisterschaft konzentrieren.» Das will das Team auch unbedingt beim nächsten schwierigen Spiel gegen Laufenburg kommenden Sonntag zeigen.

Telegramm:
VBG Klettgau – VBC Züri Unterland 0:3 (18:25, 27:29, 20:25) Neue Kanti Halle, 50 Zuschauer, – SR: Nguyen, Weber. – Züri Unterland: Perler, Licka, Schlatter, Bigger, Spahr, Gahr. – Libero: Back. – Einwechslungen: Sommer, Fotsch, Navarro Alderete, Hinrichs.
VBC Luzern – VBC Züri Unterland 3:2 (25:17, 11:25, 25:19, 18:25, 15:12) Doppelturnhalle Säli, 20 Zuschauer, – SR: Kälin, Süess. – Züri Unterland: Cao Herrera, Licka, Schlatter, Hinrichs, Navarro Alderete, Sommer. – Libero: Fotsch. – Auswechslungen: Spahr, Perler, Gahr.

 

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