Donnerstag, 16. Februar 2017, 08.10 Uhr

Mit vereinten Kräften angreifen

Volero Zürichs A-Nationalspielerinnen Julie Lengweiler (links, im roten Leibchen) und Gabi Schottroff (ganz rechts) treten gemeinsam mit Züri Unterlands 1.-Liga-Spielerinnen Alina Chicherio (von links), Eliane Häring, Diana Steffen und Sarah Bolter an der U23-Schweizer-Meisterschaft an. Bild: Dominic Staub

Bericht von Peter Weiss im Züricher Unterländer vom Donnerstag, 16. Februar 2017

Zwei Schweizer Volleyball-A-Nationalspielerinnen des Serienmeisters Volero Zürich verstärken Züri Unterlands U23-Equipe am Sonntag zum Auftakt der Schweizer Meisterschaften.

Ein neuer Modus hat die Kooperation forciert. Am kommenden Sonntag treten Züri Unterlands weibliche unter 23-Jährige (U23) in Cheseaux oberhalb von Lausanne zum ersten Tag der Schweizer Meisterschaften ihrer Altersstufe an. Beenden sie den Turniertag unter den besten vier jener acht Teams, die dort zunächst in zwei Vorrundengruppen gegeneinander antreten, so geht es für sie am 2. April mit dem zweiten Teil der Landesmeisterschaften weiter. Auch dort gilt es, am Ende unter den besten vier zu landen – um am Ende zu jenen vier Equipen zu gehören, die am Final-4-Turnier vom Wochenende, 29./30. April, in Neuenburg um den Titel spielen werden.

Noch bis im Vorjahr hatten sich jeweils die besten zwölf Teams einer Altersstufe für die zweitägigen Schweizer Meisterschaften qualifiziert. Um den nun ungleich längeren und hürdenreicheren Weg an die Endausmarchung um Titel und Medaillen zu meistern, suchten Züri Unterlands Klubverantwortliche nach Unterstützung für ihr weibliches U23-Team, die unangefochtene Nummer 1 ihrer Altersklasse im Gebiet der Volleyball-Region Zürich.

Schnelle Zusage

«Um eine Chance zu haben, am Final-4-Turnier dabei zu sein, muss man die Kräfte bündeln», meint Züri Unterlands Klubpräsident Dominic Staub, «dass wir Volero deswegen angefragt haben, war natürlich naheliegend.» Neben der geografischen Nähe zum in Zürich-Oerlikon beheimateten Schweizer Serienmeister der Frauen kamen dabei positive Erfahrungen aus der gemeinsamen Organisation von Schweizer Nachwuchs-Meisterschaften in der Vergangenheit zum Tragen, ebenso wie die über die Jahre gewachsenen Beziehungen zwischen den Verantwortlichen beider Klubs. So ist Staub selbst seit Mai 2016 als Kommunikationsverantwortlicher des internationalen Spitzenklubs Volero Zürich tätig, und Züri Unterlands Ex-Präsident, Frauen- und U23-Trainer Vasi Koutsogiannakis kennt den Volero-Präsidenten Stav Jacobi und Mäzen sehr gut. «Auch darum hat Volero gleich zugesagt, als wir angefragt haben, ob die unter 23-jährigen Schweizerinnen aus dem Fanionteam uns unterstützen könnten», berichtet Koutsogiannakis.

So kam es, dass mit Mittel­blockerin Gabi Schottroff und Aussenangreiferin Julie Lengweiler zwei Stadtzürcher NLA-Spielerinnen, die notabene beide auch zum aktuellen Kader des Schweizer Frauen-Elite-Nationalteams zählen, am Sonntag für Züri Unterland auflaufen werden. Dabei dürften sie eine tragendere Rolle einnehmen, als sie sie im mit internationalen Topspielerinnen besetzten Volero-Esemble für gewöhnlich innehaben. Und damit in Cheseaux das Zusammenspiel von Anfang an klappt, trainieren beide seit Herbst 2016 einmal pro Woche mit Züri Unterlands U23 mit. «Das hat sich sehr bewährt, das Niveau im Training ist dadurch noch höher», schildert Koutso­giannakis.

Punktuell zusammenspannen

Die Zusammenarbeit zwischen Volero Zürich und Züri Unterland ist heuer gänzlich auf den U23-Bereich beschränkt. «Bei den U15 hat sich Volero für den ersten Tag der Schweizer Meisterschaften qualifiziert. Da hatten wir auch gemeinsam überlegt, das Team mit den besten Züri-Unterland-Spielerinnen zu ergänzen», verrät Dominic Staub, «in diesem Fall hat es aber aus sportlichen Gründen zu wenig Sinn ergeben.» Daraus wird klar: Beide Vereine spannen nur punktuell zusammen und nur, wenn dies für beide Seiten von Vorteil ist. Dies könne in Zukunft auch eine gemeinsame Organisation von grösseren Turnieren umfassen, deutet Züri Unterlands Präsident an.

Kein Thema sei indes eine Fusion beider Klubs. Dass Volero Zürichs Profiteam bereits seit zwei Jahren tagsüber in der Klotener Ruebisbachhalle trainiert und sich der Stadtzürcher Verein in der gemeinnützigen Stiftung zum Bau und Betrieb der neuen Dreifachturnhalle am Klotener Stighag engagiert (Ausgabe vom 2. Dezember), ändert daran nichts. «Wir sind stolz auf unseren Klub, den VBC Züri Unterland», sagt dessen Präsident Dominic Staub, «eine noch engere Zusammenarbeit oder gar eine Fusion mit Volero streben wir deswegen in keiner Weise an.» 

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