Mittwoch, 22. Februar 2017, 14.54 Uhr

Aufholjagd nicht belohnt

Am Samstag stand ein weiteres hartes Auswärtsspiel auf dem Programm. Diesmal hiess der Gegner Colombier. Die Herren aus Neuenburg haben den Cuphalbfinal erreicht und sind erst letzte Woche gegen den amtierenden Schweizermeister Amriswil ausgeschieden. Die Zürcher waren also gewarnt. Diese Mannschaft ist sehr stark einzuschätzen. Zusätzlich dazu fehlten mit Licka und Bigger zwei Stammspieler der Unterländer an diesem Samstag.
Der erste Satz startete überraschend gut. Die Zürcher spielten ein solides Side-Out und konnten immer wieder mit starken Services Fehler bei den Westschweizern provozieren. Teilweise führten die Zürcher mit fünf Punkten. Doch dieser Vorsprung schmolz langsam dahin. Vor allem Joël Bruschweiler, der als ehemaliger Nationalspieler in Colombier seine Karriere ausklingen lässt, fand immer wieder Lücken im Zürcher Block und konnte punkten. Zusätzlich schaffte er mit seinen guten Sprungservices einige Minibreaks. So wurde es gegen Ende des ersten Satzes nochmals eng. Trotz Satzbällen der Zürcher konnten sich die Neuenburger den Satz knapp krallen.
Im zweiten wollten die Zürcher reagieren. Wieder ging es eng zu und her. Nach einigen sehr sonderbaren Schiedsrichterentscheidungen (um nicht zu sagen Fehlentscheidungen) auf beiden Seiten entwickelte sich bisweilen eine ziemlich aggressive Stimmung auf dem Feld, die in einer roten Karte gegen den Neuenburger Passeur gipfelte. Wieder hatten die Zürcher Matchbälle, die sie aber nicht nutzen konnten. Wie schon im ersten Satz spielten in dieser entscheidenden Situation dem ansonsten gut spielenden Navarro Alderete einen Streich. Die Neuenburger ihrerseits konnten dank gütiger Mithilfe des Schiedsrichters ihren Satzball nutzen und holten sich den zweiten Satz.
Beim Seitenwechsel kochten die Emotionen bei den Zürchern wegen immer noch. Doch sie verstanden es die Emotionen in positive Energie umzuwandeln und spielten fortan einiges stärker. Vor allem Back auf der Libero-Position spielte eine bärenstarke Partie. Manuel Boss, Aussenangreifer von Colombier, meinte nach dem Spiel: «Back war heute ganz klar der Mann des Spiels.» So konnten die Zürcher viele Bälle verteidigen und dann auch noch erfolgreich abschliessen. Der dritte Satz war eine mehr oder weniger klare Sache. Die Deutschschweizer konnten sich mit 25:21 durchsetzen.
Es roch wieder nach einer Aufholjagd der Zürcher wie schon in Lutry vor zwei Wochen. Doch dieses Mal starteten die Zürcher ziemlich verhalten in den vierten Satz. Die Neuenburger konnten davonziehen und lagen mit 24:20 scheinbar unaufholbar in Führung. Es sah danach aus, als dass sich die Westschweizer die drei Punkte holen können. Allen voran Remo Spahr, der für den abwesenden Licka auf Aussen spielte, hatte da etwas dagegen. Mit mehreren unglaublichen Punkten Spahrs in dieser entscheidenden Phase kamen die Zürcher nochmals heran und schafften tatsächlich den Satzausgleich.
Im Tiebreak wollten die Zürcher natürlich den Schwung mitnehmen. Das hat leider nicht gut geklappt. Nach dem Seitenwechsel beim Stand von 7:8 konnten die Neuenburger davonziehen und sich den Zusatzpunkt für das gewonnene Tiebreak sichern.
Trotz dem verlorenen Tiebreak war Coach Cao Herrera sehr zufrieden mit der Performance der Mannschaft: «Das war das stärkste Spiel seit langem. Vor allem die Einstellung, die positive Aggressivität und der Teamgeist haben heute super gestimmt. So macht es Spass. Schade konnten wir uns für die starke Leistung nicht mit mehr Punkten belohnen.» Die Auswechselspieler Spahr und Haldemann, die für die abwesenden Licka und Bigger spielten, zeigten eine sehr gute Leistung.
Nächsten Sonntag geht es gegen den Leader aus Bern um die Tabellenspitze. Bei einem 3-Punkte-Sieg würden die Zürcher die Tabellenspitze wohl wieder übernehmen.


Telegramm:
Colombier Volley I – VBC Züri Unterland 3:2 (28:26, 27:25, 21:25, 27:29, 15:10), Centre scolaire des Mûriers, 60 Zuschauer, – SR: Mordasini, Spahni. – Züri Unterland: Perler, Spahr, Schlatter, Haldemann, Navarro Alderete, Gahr. – Libero: Back. – Auswechslungen: Sommer, Fotsch.

 

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