Montag, 20. März 2017, 09.25 Uhr

Heute nicht...

Die Ausgangslage war klar und wurde vom Speaker der Berner gefühlte tausend Mal wiederholt: «Wenn Bern dieses Spiel gewinnt, findet im Anschluss an die Partie die Pokalübergabe für den Gewinn der NLB-Meisterschaft der Berner statt.» Die Zürcher, die im Hinspiel knapp in 4 Sätzen verloren haben, waren hoch motiviert Revanche zu nehmen und den Bernern die erste Saisonniederlage zu besorgen. Somit lautete das Motto vor diesem Match: «Heute nicht!» Heute sollte aus Sicht der Zürcher die Siegesserie gebrochen werden und zusätzlich sollte die Meisterfeier heute nicht stattfinden.
Vor den zahlreichen Zuschauer starteten die Zürcher konzentriert. Alle aus dem Team zogen am selben Strick und die Gäste aus dem Osten kämpften unermüdlich um jeden Punkt. Im Hinspiel scheiterten die Gäste noch viel zu oft am Block der Berner. Heute machte der starke Perler am Pass von Anfang an das Spiel extrem schnell und spielte so den Block aus. Dies nutzten im ersten Satz vor allem die Angreifer auf den Aussenposition Gahr und Licka aus und verbuchten viele Punkte. Die Zürcher erspielten sich in der Folge vier Matchbälle, liessen die Berner nochmals ein bisschen schnuppern und drei Satzbälle abwehren, verwerteten dann jedoch den vierten. Gerade nochmals gut gegangen…
Der zweite Satz verlief in ähnlichen Bahnen wie der erste. Viel Kampfgeist und hervorragende Teamleistung machten die Zürcher zu einem sehr starken Gegner für die bis anhin ungeschlagenen Berner. Zudem hatten die Gäste in ihren Reihen mit Ernesto Navarro Alderete einen Spieler im Team, der sein bestes Saisonspiel zeigte, jederzeit anspielbar war und für Punkte sorgte. Auch diesen Satz gewannen die Unterländer mit nur zwei Punkten Unterschied zum Schluss.
Die Berner Bären waren nun angestachelt. Vielleicht durch die Emotionen die in diesem Spiel waren oder eventuell auch durch den Speaker, der bei seiner Ankündigung immer mehr im Konjunktiv von einer möglichen Pokalübergabe sprach. Vielleicht ist dieser feine Unterschied in der Ansage auch nur dem Chronisten mit der nicht ganz unvoreingenommenen Sicht auf das Spiel aufgefallen. Was es auch immer war, was die Berner antrieb, es half enorm. Sie setzten die Zürcher mit starken Services unter Druck und verunmöglichten so ein schnelles Spiel. Wie auf Knopfdruck funktionierte auch der Block der Berner wieder. Die Gäste hatten nicht viel zu bestellen und gingen mit 25:9 regelrecht unter.
«Nun wird es kompliziert. Wir hatten die Berner voll im Griff. Nun liessen wir sie aufkommen, jetzt müssen wir sie wieder in den Griff bekommen. Das wird schwer!» Das waren die Worte vom Zürcher Coach vor dem vierten Satz. Die Gäste agierten wieder cleverer in diesem Satz und machten liessen die Berner nicht davonziehen. Doch sie waren immer ein paar Punkte in Rückstand. Coach Cao Herrera reagierte und brachte Spahr für Gahr. Spahr, der das letzte Spiel wegen einer Rückenverletzung verpasst hatte, brachte frischen Wind und zermürbte die Gegner unter anderem mit drei Blockpunkten in der entscheidenden Phase. Den so herausgespielten Vorsprung brachten die Zürcher über die Runde und siegten gegen den NLA-Aufsteiger der Saison 16/17 mit 3:1.
Die Unterländer hatten also ihre Aufgabe mit einem der besten Spiele der Saison erfüllt und die Berner geschlagen. Zwar haben sie insgesamt weniger Punkte als die Berner erzielt, aber wen interessiert das schon, wenn die 3 Punkte gewonnen werden. Da aber die Kantonsrivalen Volero Zürich auswärts gegen Colombier mit 3:0 verloren, reichte den Bernern sogar diese Niederlage um verdient Meister zu werden und die Pokalübergabe fand trotzdem statt. «Heute nicht!» stimmte also nicht ganz. So hatten nach diesem Volleyballfest in der Neufeldhalle beide Teams etwas zu feiern. Ein durchaus gelungener Event.
Im abschliessenden Heimspiel am nächsten Samstag geht es gegen Colombier für die Zürcher um den zweiten Platz. Der zweite Platz wäre für die Zücher ein versöhnlicher Abschluss vor der Sommerpause.

VBC Uni Bern – VBC Züri Unterland 1:3 (23:25, 23:25, 25:9, 20:25) Sporthalle ZSSW, 150 Zuschauer, – SR: Wiederkehr, Troyon. – Züri Unterland: Perler, Licka, Schlatter, Bigger, Navarro Alderete, Gahr. – Libero: Back. – Einwechslungen: Sommer, Fotsch, Spahr.

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