Montag, 27. März 2017, 09.35 Uhr

Züri Unterland muss in die Zusatzschleife

Die Unterländerinnen konnten sich wenigstens noch über den Sieg freuen, auch wenn es für den direkten Aufstieg nicht gereicht hat.

Bericht von Peter Weiss im Zürcher Unterländer vom 27. März 2017

Nach nur 50 Spielminuten ist es um Züri Unterlands Frauen im Finalrückspiel gegen Obwalden geschehen. Volleyas Aussenangreiferin Celina Wirz springt zum Aufschlag hoch, trifft, der Ball fliegt wuchtig und platziert auf die kurz zuvor eingewechselte Camila Addiechi zu. Züri Unterlands Ersatz-Libera geht zum Ball, doch ihre Annahme verspringt und lan- det direkt am Boden. Mit 25:17 geht der zweite Satz an die Innerschweizerinnen.

Nachdem die Unterländerinnen den ersten Satz mit 25:23 für sich entschieden hatten, steht es vor 150 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Klotener Ruebisbachhalle zwar erst 1:1. Doch nach ihrem 3:0-Heimsieg im Hinspiel liegen die Gäste in der Gesamtwertung uneinholbar vorne. Von ihren mitgereisten, sie stimmkräftig unterstützenden Klub-Juniorinnen und ihren Fans unter anderem mit zwei Kuhglocken frenetisch gefeiert, setzen die Obwaldnerinnen zum Freudentänz- chen an. Auf der anderen Netzseite blicken die Unterländerinnen einander konsterniert an. «Im ersten Moment sind bei einigen die Tränen gekommen, auch bei mir», schildert Züri Unterlands Diagonalangreiferin Chabeli Hasler hernach. «Wir haben die ganze Saison auf diese beiden Spiele hingearbeitet, uns so sehr gewünscht, dass wir auf direktem Weg in die NLB aufsteigen – und heute alles dafür gegeben. Auch ich war emotional so richtig geladen. Dann zu realisieren, dass es doch nicht reicht, war im ersten Moment ganz schön hart.»

«Wollten es wirklich schaffen»

Tatsächlich hatte Chabeli Hasler bis dahin auch in heiklen Situationen mit schöner Regelmässigkeit gepunktet, jede gelungene Aktion ihrer Mitspielerinnen lautstark bejubelt und sich in dem insgesamt kämpferisch und kompakt auftretenden Unterland-Team als echter Aktivposten erwiesen. «Wir wollten es wirklich, wirklich heute schaffen und haben an unsere Chance geglaubt», erklärte die 22-Jährige, «aber zum Glück haben wir jetzt noch mal eine, und nach dem Spiel heute bin ich sehr zuversichtlich, dass wir es über die Auf-/Abstiegsrunde in die NLB schaffen.» Im Vergleich zum Hinspiel eine Woche zuvor habe sich ihr Team deutlich gesteigert.

«Letzte Woche sind wir verzweifelt, weil wir zwar alles versucht haben und überlegt haben, was wir besser machen könnten – aber nichts geholfen hat und wir vor allem die beiden starken Obwaldner Mitte-Spielerinen nicht in den Griff bekommen haben.»

Konstante Gegnerinnen

Die grosse Unterländer Verzweif- lung führte zur 0:3-Hinspielniederlage, die sich nicht zuletzt auf- grund der klaren Satzergebnisse von 20:25, 16:25 und 21:25 als (zu) schwere Hypothek für das Rückspiel erwies. «Unsere Spielerin- nen haben genau gewusst, dass Obwalden im Schnitt nur 19 Punkte pro Satz machen durfte», sagte Züri Unterlands Trainer Vasi Koutsogiannakis, «dass wir den ersten Satz trotz der hohen Führung am Ende nur knapp 25:23 gewonnen haben, war da- rum schon der entscheidende Dämpfer.»

Dennoch bewiesen die Unter- länderinnen in der Folge Moral: Nach dem misslungenen Start in den zweiten Satz holten sie einen 3:8-Rückstand auf und gingen bei 14:13 in Führung. Doch von 15:14 bis 15:22 kassierten sie acht gegnerische Punkte in Serie – die Vorentscheidung. «In dieser Phase hat unsere Annahme leider gar nicht mehr funktioniert», kommentierte Philipp Häring, im Verbund mit Koutsogiannakis und Thomas Schmidli Züri Unterlands Trainer. Letzterer bilanzierte: «Über die zwei Spiele gesehen, hat Obwalden viel konstanter gespielt und sein Poten- zial abgerufen. In der Auf-/Ab- stiegsrunde muss uns das auch gelingen.»

Nach einem Wochenende Pause beginnt diese am zweiten Aprilwochenende mit Hin- und Rückspielen gegen die beiden letztplatzierten Teams der NLB- Abstiegsrunde sowie den Verlierer des zweiten 1.-Liga-Finals. Für die Unterländerinnen könn- te sich dann die eigene Geschichte wiederholen: Vor vier Jahren scheiterten sie ebenfalls im Final und mussten in eigener Halle mit ansehen, wie die Gegnerinnen von Kanti Baden den direkten Aufstieg feierten. Am Ende der Saison aber folgten sie den Aargauerinnen in die NLB. Mit Vasi Koutsogiannakis als Trainer, da- mals noch im Verbund mit Andreas Maurer.

phentermine 37.5mg effects
Sponsoren