Sonntag, 21. Januar 2018, 20.09 Uhr

Wie gewonnen, so zerronnen

Im letzten Spiel der Qualifikationsrunde hatte das Damen 1 des VBC Züri Unterland nichts mehr zu verlieren, aber noch einiges zu gewinnen. Mit Raiffeisen Volleya Obwalden stand der andere Aufsteiger dieser Saison gegenüber, mit dem man zudem noch eine Rechnung aus den Aufstiegsspielen zu begleichen hatte. Trotz kämpferischer Leistung unterliegt die Heimmannschaft in einem nervenaufreibenden Spiel mit 2:3 (20:25, 25:15, 22:25, 25:23, 15:17).

Nach einer erfolgreichen Woche, die mit einem Training unter Weltklasse-Trainer Avital Selinger ihre Krönung erhielt, waren Selbstvertrauen und Motivation der Unterländerinnen für dieses letzte Spiel auf einem Höchststand. Zwar gab es für sie keine Chance mehr, an ihrem letzten Tabellenplatz noch etwas zu verändern, dennoch wollte man dieses Spiel mit Kampfgeist und Freude bestreiten. Anders sah die Ausgangslage für die Gegnerinnen aus Obwalden aus, ihre Qualifikation für die Playoffs hing am Gewinn dieser Begegnung.

Der erste Satz begann, wie viele in dieser Saison, mit einigen Unkonzentriertheiten auf Seiten der Unterländerinnen. Die Annahmen waren wenig genau und auch die Absprache untereinander stimmte nicht immer überein. So musste schon früh ein Rückstand aufgearbeitet werden. Auch die Einwechslung von Nadine Mattmann konnte (noch) nicht die gewünschte Veränderung bringen und der erste Satz musste mit 20:25 abgegeben werden.

Im zweiten Satz zeigte dieser angesprochene Wechsel aber Wirkung. Die Annahme um Libera Merkofer stabilisierte sich und ermöglichte ein variantenreicheres Spiel. Auf der Aussenposition gelang es Mattmann immer öfters, den gegnerischen Block auszuspielen und mit cleveren Bällen das Punktekonto der Unterländerinnen zu füllen. Wuchtige Winkelschläge von der Diagonalposition und eine gute Blockarbeit der Mittelblockerinnen führten die Mannschaft kompromisslos zum Satzausgleich. Ab diesem Zeitpunkt gestaltete sich das Spiel ausgeglichen, auf beiden Seiten wurden immer wieder Bälle verteidigt und mit viel Kampfgeist im Spiel gehalten. Lange, spektakuläre Ballwechsel prägten das Geschehen. Durch die clevere Passverteilung von Bettina Schmid konnten die Unterländerinnen vermehrt Druck ausüben und die Gegner nach dem Verlust des dritten Satzes, im vierten Satz erneut fordern. Lange gestaltete sich das Spielgeschehen ausgeglichen. Bei einem Spielstand von 15:14 nutzte Headcoach Koutsogiannakis im entscheidenden Moment ein Time-Out und erwirkte indirekt einen Service-Fehler auf gegnerischer Seite. Diese Zwei-Punkte-Führung liessen sich die Klotnerinnen schliesslich nicht mehr nehmen und sie zwangen die Obwaldnerinnen in den entscheidenden fünften Satz.

Durch die ungewohnt grosse Zuschauermenge entstand eine mitreissende Stimmung in der Ruebisbachhalle und die Klotnerinnen konnten sich zu Beginn dieses letzten Satzes mit einigen Punkten Vorsprung absetzen. Doch die Gegnerinnen liessen nicht locker, und so sah es beim Seitenwechsel bei 7:8 wieder ausgeglichen aus. Angefeuert von Zuschauern, Nachwuchs und Herrenteam beflügelten die Unterländerinnen ihre Leistung erneut und erspielten sich vier Matchbälle. Mit einem Angriff von Widmer, den die Gegnerinnen nicht im Spiel halten können, erzielt das Heimteam das entscheidende 15:10 – oder etwa doch nicht? Nachdem es so aussah als ob der Schiedsrichter den Punkt den Unterländerinnen zugesprochen hatte, und die Spielerinnen bereits zum Siegesjubel angesetzt hatten, intervenierte der zweite Schiedsrichter und pfiff eine (für das Heimteam) unbegreifliche Netzberührung auf Seiten der Zürcherinnen. Fassungslos musste die Mannschaft aufs Spielfeld zurückkehren und das Spiel wiederaufnehmen. Als bei 14:13 schliesslich erneut ein Angriff der Unterländerinnen erfolgreich war, schien das Spiel zum zweiten Mal gewonnen. Doch die Schiedsrichter entschieden wieder anders, der Ball sollte wiederholt werden. Leider konnte das Heimteam in der Folge den Sack nicht mehr zumachen und die Obwaldnerinnen sicherten sich den Satz, und somit einen Platz in den Playoffs, mit 15:17.

Die Enttäuschung der Unterländerinnen war enorm, doch das Trainerteam fand auch nach der wohl schmerzlichsten Niederlage der Saison die richtigen Worte. So nimmt die Mannschaft das Gefühl des Gewinnens trotz Niederlage auf dem Papier mit um in zwei Wochen wieder hungrig auf mehr in die Playouts zu starten. Dort werden sie sich mit den Teams aus Therwil, Fribourg, Ruswil und Gerlafingen messen um zu beweisen, dass sie ihren Platz in der Nationalliga B verdient haben.

Telegramm:
VBC züri unterland – Raiffeisen Volleya Obwalden 2:3 (20:25, 25:15, 22:25, 25:23, 15:17). Ruebisbachhalle – 200 Zuschauer. – SR: Häderli Pascal, Belser Stephan. – Züri Unterland: Schmid; Steffen, Bisang, Widmer, Fessler, Hinneburg. – Libera: Merkofer. – Einwechslungen: Mattmann, Frangi, Häring.

Sponsoren