Sonntag, 22. April 2018, 13.48 Uhr

Zurück im Zitter-Modus

Alles schien angerichtet für das grosse Happy End einer Saison, in welcher die NLB-Aufsteige­rinnen aus dem Unterland eine lange Durststrecke durchlaufen hatten, bevor sie in der entscheidenden Phase zur Bestform aufgelaufen waren. Ein 3:0- oder ein 3:1-Heimsieg gegen den bis dato in den Auf-/Abstiegsspielen NLB / 1. Liga noch sieglosen Erstligisten Kerzers, in dessen Halle die Unterländerinnen eine Woche zuvor 3:0 gewonnen hatten – und der erste NLB-Klassenerhalt des Frauen-Fanionteams in der Geschichte des 2004 fusionierten Vereins wäre perfekt gewesen. Dies schien umso mehr möglich, als Kerzers zwar mit 30 unablässig anfeuernden Fans, aber nur mit sieben Spielerinnen an den Klotener Ruebisbach kam.

Doch die Unterländerinnen wirkten nur phasenweise wie ein Team, das mit aller Macht den Ligaerhalt anstrebt. Über weite Strecken der Partie agierten sie in der Annahme so fahrig und unge­nau, dass den Passeurinnen Eliane Häring und Bettina Schmid wenige Möglichkeiten zum Zuspiel blieben. So gerieten die Angriffsbälle der Gastgebe­rinnen oft zur leichten Beute für die mit grossem Einsatz blockenden und verteidigenden Freiburgerinnen. Und selbst als die Gäste ihrem Kräfteverschleiss doch Tribut zu zollen schienen und ihrerseits ein Loch durchliefen, fanden die Unterländerinnen Mittel und Wege, um ihre Widersacherinnen selbst wieder aufzubauen.

Ausfälle wiegen schwer

So erzielten die Gastgeberinnen im vierten Satz zehn Punkte in Serie­ und glichen mit 25:10 zum 2:2 nach Sätzen aus. Doch anstatt im entscheidenden fünften Durchgang den Schwung mitzunehmen, leisteten die Unterländerinnen sich zu dessen Beginn mehrere leichte Angriffsfehler.

«Es war eine schlechte Leistung, unterirdisch», kritisierte Vasi Koutsogiannakis hernach. Weder er noch seine Trainer­kollegen Thomas Schmidli und Philipp Häring wussten eine Erklärung für den Taucher. Dass Libera Rebekka Merkofer wegen einer Gehirnerschütterung ausfiel, Diagonalangreiferin Paula Wid­mer auf Grund von Rückenschmerzen nur Teileinsätze absolvieren und Diana Steffen wegen ihrer Knieprobleme lediglich als Libera aufs Feld gehen konnte, liessen die Coaches nicht gelten. «Das wäre eine billige Ausrede – gegen einen Erstligisten, der zu siebt antritt­, hätte es auch ohne sie reichen­ müssen», meinte Koutsogiannakis. 

Bericht von Peter Weiss vom 21.04.2018 im Zürcher Unterländer.

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