Dienstag, 01. Mai 2018, 13.55 Uhr

Im Tiebreak zum Schweizer Meister Titel

Diana Steffen sorgt für die notwendige Durchschlagskraft auf der Aussenposition und führt ihr Team als Captain zum Schweizer Meister Titel!

Bereits zum zweiten Mal in Folge qualifizierte sich das Team der U23-Juniorinnen des VBC züri unterland für das Finale der besten vier in Neuchâtel. In einem spektakulären Finale holten sich die Unterländerinnen in fünf Sätzen verdient den Schweizer Meister Titel.

Im Halbfinal wurde den Unterländerinnen Volley Luzern zugelost – das vermeintlich schwierigste Los. Doch der erfahrene Headcoach Vassilios Koutsogiannakis blieb entspannt, zumindest vordergründig: «Wer Schweizer Meister werden will, muss leiden. Es gibt auf diesem Niveau keine einfachen Gegner mehr. Wer den Titel will, muss gegen alle gewinnen können, auch wenn es einem alles abverlangt». Dies sollte sich im späteren Verlauf des Turniers bewahrheiten. Samstag, kurz nach 18 Uhr standen die beiden Kontrahenten in der gut besuchten ‘La Riveraine‘ aufgereiht auf dem Feld. Mit den Innerschweizerinnen hatte man nach der Niederlage im Spiel um Bronze im vergangenen Jahr ohnehin noch eine Rechnung offen. Diesmal starteten die Zürcherinnen dann auch besser ins Spiel, mit mehr Selbstvertrauen und durchschlagendem Erfolg. Nach einem leicht nervösen Beginn auf beiden Seiten, fand Züri Unterland zügig zu seinem Spiel und Captain Diana Steffen und Diagonalanfreiferin Paula Widmer konnten sich regelmässig, trotz starkem Luzerner Block, mit wuchtigen Angriffen durchsetzen. Ein überzeugender Start der Zürcherinnen, was sie mit dem 25:21 Satzgewinn untermauerten. Im zweiten Satz lief aber phasenweise überhaupt nichts mehr in der Unterländer Annahme und Luzern zwang Koutsogiannakis’ Team ihr Spiel auf. Schnell realisierte der erfahrene Stratege die Situation und schonte einige Schlüsselspielerinnen durch Auswechslungen. 25:12 lautete zuletzt das Verdikt und mancher Fan hatte schon ein ungutes Gefühl ob dieser Entwicklung.

«Wir hatten im zweiten Satz ein wahnsinniges Tief, doch dann haben wir alle wieder Verantwortung übernommen und wir haben uns ins Spiel zurückgekämpft», bestätigte Zuspielerin Eliane Häring. Die Annahme stabilisierte sich im Verlauf des dritten Satzes und so konnte Häring das Spiel wieder schnell gestalten und den Luzerner Block gekonnt ausspielen. Mit 25:23 und 25:19 entschieden die Unterländerinnen die umkämpften Sätze drei und vier für sich und schafften damit den ersehnten Einzug ins Finale. Was vor dem Halbfinal noch keine Spielerin laut auszusprechen wagte, wurde nach dem Match von Nationalspielerin Gabi Schottroff klargestellt: «Das war ein brutal anstrengendes Spiel und wir sind sehr glücklich im Finale zu stehen. Aber jetzt wollen wir Gold!» Die Kampfansage ging direkt an den VBC Fribourg, welcher sich ebenfalls in vier Sätzen gegen den VBC Münchenbuchsee im Halbfinal durchsetzen konnte.

Wie sich herausstellte, waren die NLA-erfahrenen Freiburgerinnen jedoch nicht so leicht zu knacken wie erhofft, denn besonders in der Verteidigung waren die Gegnerinnen eine Klasse für sich. Es entwickelte sich ein regelrechter Abnützungskampf auf hohem Niveau mit zahlreichen langen Ballwechseln. Der Startsatz ging letztendlich knapp mit 25:23 nach Fribourg, ehe die Unterländerinnen im zweiten Satz aufgrund einiger streitbarer Schiedsrichterentscheidungen erneut ins Hintertreffen gerieten. Dies enervierte Koutsogiannakis derart, dass er die rote Karte kassierte. Obschon die Hilflosigkeit mancher Spielerin ins Gesicht geschrieben stand, liessen sie sich nicht unterkriegen, spielten weiter konzentriert und sicherten sich beim Stand von 24:21 gar drei Satzbälle. Fribourg liess aber nicht locker und glich erneut aus. Erst in der Verlängerung versenkte Paula Widmer den Ball zum 26:24 und hielt die Goldträume der Unterländerinnen am Leben. «Hätten wir den zweiten Satz nicht geholt, wäre dies vermutlich das Aus gewesen», so Koutsogiannakis’ Einschätzung nach dem Spiel. Denn im Folgesatz lief gar nichts mehr nach Plan. Durch schlechte Annahmen und fehlendem Druck im Angriff konnte Fribourg den Satz schnell für sich entscheiden und zum 2:1 davonziehen. Erst im vierten Satz gelang es den Zürcherinnen einen kleinen Vorsprung herauszuspielen. Diesen verteidigten sie unter Einsatz aller Kräfte bis zum Schluss und erzwangen damit einen Entscheidungssatz. Im Tiebreak liess Züri Unterland nichts mehr anbrennen. Eine Service-Serie von Vivian Guyer zum Satzbeginn bescherte den Zürcherinnen eine 5:0 Führung und damit die vermeintliche Vorentscheidung im Spiel um Gold. Fribourg kam zwischenzeitlich nochmals bis auf zwei Punkte heran, doch wie im Rausch verwerteten die Zürcherinnen nun Sideout um Sideout und mit einem Monsterblock von Schottroff zum 15:8 wurde der Goldtraum nach über zwei Stunden Realität!

«Es war ein langes und sehr schwieriges Spiel. Wir mussten um jeden Punkt hart kämpfen, aber wir haben nie aufgegeben und jede hat für jede alles gegeben. Wir wollten es unbedingt schaffen! Und jetzt sind wir Schweizer Meister! Unglaublich!», sagte eine sichtlich erschöpfte aber überglückliche Captain Diana Steffen nach dem Finalspiel. Sechs Jahre nach dem Titelerfolg bei den U23-Junioren, kann der VBC züri unterland damit nun auch bei den Juniorinnen den Schweizer Meistertitel feiern.

Halbfinale
VBC züri unterland – Volley Luzern (25:21, 12:25, 25:23, 25:19), 520 Zuschauer – Züri Unterland: Häring, Frangi. Steffen, Schottroff, Mattmann, Widmer – Libera: Merkofer, Chicherio. – Einwechslungen: Guyer, Braun.

Finale
VBC züri unterland – VBC Fribourg (23:25, 26:24, 16:25, 25:14, 15:8), 750 Zuschauer – Züri Unterland: Häring, Frangi. Steffen, Schottroff, Mattmann, Widmer – Libera: Merkofer, Chicherio. – Einwechslungen: Guyer, Braun.

Mehr Bilder findest Du in unserer Galerie: Volley Final Four 2018

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