Montag, 02. Juli 2018, 18.16 Uhr

Unterland-Frauen bekommen namhafte Verstärkung

Libera Rebekka Merkofer (am Ball) und Aussenangreiferin Jill Frangi bleiben Züri Unterland erhalten. Vasi Koutsogiannakis und seine Trainer-kollegen haben fünf neue Mitspielerinnen für sie engagiert. Bild: Dominic Staub

Bericht von Peter Weiss im Zürcher Unterländer vom 30. Juni 2018

«Wir werden nächste Saison ein jüngeres, grösseres, im Block stärkeres und im Angriff durchschlagkräftigeres Team haben», kündigt Vasi Koutsogiannakis, Präsident des VBC Züri Unterland und gemeinsam mit Philipp Häring und Thomas Schmidli Trainer des Frauen-Fanion­teams, mit fester Stimme an. «Eine gute Mittespielerin suchen wir noch, ansonsten sind wir wunschlos glücklich.» Auf die Frage, wie das zukünftige Kader im Vergleich mit jenem Team einzustufen sei, das in der vergangenen Saison, der ersten nach dem Aufstieg, als Zweitplatzierter der Auf-/Abstiegsrunde den Verbleib in der NLB sichergestellt hat, ­antwortet der Jurist ohne Umschweife: «Deutlich besser.»

Doch der Reihe nach: Mit Aussenangreiferin Mirjam Fessler, die nach zehn Spielzeiten als Züri Unterlands Captain die Volleyballschuhe an den vielzitierten Nagel hängt, verlieren Koutsigiannakis und seine Trainerkollegen eine bewährte Teamstütze. Neben ihr werden vier Neuzuzüge der vergangenen Saison im kommenden Herbst nicht mehr mit von der Partie sein. Passeurin Bettina Schmid beginnt eine neue Ausbildung und kann daher nicht mehr im nötigen Umfang trainieren. Léonie Bisang wird aufgrund von Hüftproblemen sportlich eine Pause einlegen oder zumindest kürzertreten. Die Deutsche Victoria Hinneburg, Bisangs Nebenfrau im Mittelblock, wird zum belgischen Klub Lendelede wechseln. Sophie Besson schliesslich, die dritte Mittelblockerin im Bunde, wird für ein Theaterprojekt bis zum Jahresende in Berlin weilen und danach nicht mehr ins Team zurückkehren.

Ein Trio mit NLA-Erfahrung

Den fünf Abgängen steht eine gleich hohe Zahl an Neuzuzügen gegenüber, womit es in Züri Unterlands Frauen-Fanionteam zu einem ähnlichen Umbau kommt wie ein Jahr zuvor. Drei der Neuen bringen Erfahrungen auf höchster einheimischer Ebene mit. So hat Vera Caluori das Volleyball-Einmaleins im NLA-Verein Toggenburg erlernt, für den sie schon im Juniorinnen-Alter in der höchsten Liga zum Einsatz kam. Danach zählte die Mittelbockerin, die auch im Diagonalangriff spielen könnte, zu den Stützen des langjährigen NLB-Spitzenteams Aadorf, bevor sie beruflich bedingt kürzertrat. Obwohl sie zuletzt für Wittenbach lediglich in der 2. Liga spielte, ist Koutsogiannakis überzeugt: «Sie hat noch immer ein sehr gutes NLB-Niveau und kann uns mit Sicherheit weiterhelfen.»

Vom Erstligisten Kanti Baden stösst mit Roxana Wenger eine Spielerin zum Team, die zuvor während einer Saison im Team des Spitzenklubs Sm’Aesch Pfeffingen ebenfalls in der NLA zum Zug gekommen war. «Sie ist eine echte Verstärkung, am Pass bringt sie NLA-Niveau mit», sagt Koutsogiannakis. Mit Léa Montavon schliesslich verstärkt gar eine ehemalige Schweizer Nationalspielerin Züri Unterland. Bis vor zwei Jahren ging sie für den NLA-Klub Cheseaux auf Punktejagd, zuletzt hat sie pausiert. Die 1,89 Meter grosse Westschweizerin zieht studienhalber nach Zürich und hat darum bei den Unterländern angefragt, ob noch ein Platz frei wäre. «Für eine Spielerin mit ihren Qualitäten hatten wir natürlich noch Platz», verrät Koutsogiannakis. «Zumal auch sie sowohl in der Mitte als auch im Diagonalangriff spielen könnte, sodass wir auf beiden Positionen variabler werden.»

Gewollter Konkurrenzkampf

Neben den drei gestandenen Kräften stossen mit Passeurin Fabia Wüthrich sowie Aussenangreiferin Lisa von Arx auch zwei Juniorinnen aus der klubeigenen Nachwuchsabteilung zu Züri Unterlands Fanionteam. «Sie sind beide Supertalente, haben letzte Saison mit uns trainiert, sind auch in der Meisterschaft zu Einsätzen gekommen und haben ihre Sache schon sehr gut gemacht», lobt Koutsogiannakis die beiden mit Jahrgang 2003 deutlich Jüngsten im Team.

Das Quintett der Neuen dürfte im Verbund mit den verbliebenen Stammkräften, die allesamt um eine Saison reicher an Erfahrungen auf NLB-Niveau geworden sind, ein konkurrenzfähiges Kader bilden. Doch die Neuzuzüge verschärfen auch den Konkurrenzkampf innerhalb der Equipe. «Das soll auch so sein», meint Koutsogiannakis, «aber die Neuen passen alle auch menschlich sehr gut zu uns.» Reibereien im Kampf um Einsatzzeiten auf dem Feld befürchtet er daher nicht. Die Vorteile eines breiten und auch leistungsmässig homogenen Kaders überwiegen für ihn klar: «Wir können einzelne Absenzen so sicherlich gut kompensieren und können leicht verletzte oder angeschlagene Spielerinnen auch schonen.»

Herren mit Ex-Internationalem mit vielen Qualitäten

Deutlich weniger Wechsel als jenes der weiblichen Klubkolleginnen erfährt das Kader von Züri Unterlands Männer-Fanion­team. Und das, obwohl die Unterländer mit dem Fall in die NLB-Abstiegsrunde in der vergangenen Saison deutlich unter den Erwartungen geblieben waren.

Doch Trainer Lucian Jachowicz, der das Team kurz vor dem Ende der Qualifikationsrunde übernommen hatte und hernach zum souveränen Ligaerhalt führte, zeigt sich punkto Kader mehr als zufrieden. «Wir sind auf allen Positionen gut besetzt», sagt Jachowicz, «der Kern des Teams ist geblieben, und mit Manuel Gahr und Fabian Brander sind zwei Spieler dazugekommen, die jede NLB-Mannschaft verbessern.» Gahr kehrt nach einem einjährigen Auslandaufenhalt zu den Unterländern zurück, für die er schon zu NLA-Zeiten zuverlässig Punkte sammelte. Bei Fabian Brander handelt es sich um den Bruder des Vorjahresneuzuzugs Michael Brander – und einen Ex-Nationalspieler. Jachowicz spielte mit dem 30-Jährigen einst zusammen für den NLA-Spitzenklub Schönenwerd und holte ihn nach dessen Profijahr in Lugano 2015 zu seinem damaligen Team Laufenburg-Kaisten.

«Er ist erfahren, sehr konstant im Angriff, gut im Block – und er könnte sogar als Passeur einspringen, wenn einer von beiden fehlt», lobt Jachowicz.» Apropos: Längere Absenzen durch Ferien, wie sie Züri Unterland in der vergangenen Saison geschwächt haben, werde es 2018/19 nicht geben. «Ich wollte nur Spieler, die voll zur Verfügung stehen», sagt Jachowicz. Daher wird auch Raphael Licka, der einen längeren Beachvolleyball-Aufenthalt in Brasilien plant, voraussichtlich nicht zum Team gehören.

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