Donnerstag, 14. Februar 2019, 16.14 Uhr

Junge Unterländerinnen messen sich mit den Besten

Der VBC Züri Unterland bricht derzeit eine historische Bestmarke nach der anderen: Nachdem sich das Männer-Fanionteam Anfang Februar erstmals in der Clubgeschichte in den Halbfinal des Schweizer Cups vorgespielt hatte, setzt am kommenden Wochenende die Nachwuchs-Abteilung ein Ausrufezeichen. Am ersten Turniertag der Schweizer Meisterschaften, an dem in den Altersstufen U-15 bis U-23 beider Geschlechter jeweils 16 Teams um die Qualifikation für das Final-4-Turnier von Ende April in Neuchâtel kämpfen, ist der Unterländer Verein mit nicht weniger als fünf Teams vertreten. Im weiblichen Nachwuchs ist Züri Unterland damit notabene neben dem NLA-Traditionsclub Neuchâtel UC der einzige Verein, dessen Equipen sich in allen vier Altersklassen für die Schweizer Meisterschaften qualifiziert haben.

Züri Unterlands männliche U-17 schafften dies zwar auch, weil kein anderes Team ihrer Stufe die Qualifikation in der Region Zürich bestreiten wollte. Dennoch äussert sich Züri Unterlands Clubpräsident Vasi Koutsogiannakis zu Recht hocherfreut über den neuen Clubrekord: «Es macht mich natürlich sehr stolz, dass wir im Nachwuchsbereich so gut unterwegs sind.»

Souverän bis umkämpft

«Der Erfolg zeigt auch, dass sich unser neues Nachwuchskonzept bewährt, das wir vor einem Jahr geschaffen haben», ergänzt Vasi Koutsogiannakis, der auch als Trainer der U-23-Frauen sowie im Verbund mit Züri Unterland Nachwuchschef Fabio Morandi und Sportmanager Philipp Häring als Coach der U-17-Juniorinnen am Qualifikationsturnier zum Erfolg beigetragen hat. Das neue Konzept sieht unter anderem vor, dass die zwölf augenfälligsten Züri-Unterland-Talente im Alter von 13 bis 16 Jahren im weiblichen U-17-Team einmal wöchentlich zusammen trainieren und sowohl in dieser Altersstufe als auch in der höchsten (U-23) regelmässig in der Meisterschaft antreten. Darüber hinaus steht für sie pro Monat eine gemeinsame Einheit mit dem clubeigenen Frauen-NLB-Team an. Vier der jungen Top-Talente trainieren zudem einmal wöchentlich mit dem Fanionteam, vier weitere mit der zweiten Frauen-Equipe (2. Liga). Und mit Sindi Mico, Lisa von Arx und Lou Challamel sind drei Spielerinnen aus diesem Kreis in den vergangenen Wochen bereits zu Einsätzen in der NLB gekommen. «Wir führen die jungen Spielerinnen jetzt viel früher als davor an den Leistungssport heran», erklärt Koutsogiannakis. «So gewöhnen sie sich schneller an ein höheres Niveau und werden besser.»

Das zeigten sie nicht zuletzt am regionalen Qualifikationsturnier in eigener Halle. «Die Gegnerinnen haben zum Teil sehr stark serviert, unsere Spielerinnen haben die Aufschläge aber immer sehr gut angenommen», schildert Koutsogiannakis. So setzte sich Züri Unterlands U-17-Equipe ohne Satzverlust durch, obwohl auch die Konkurrenten offensichtlich ihre stärksten Kräfte in dieser Altersstufe konzentriert hatten.

Titelverteidigung im Visier

Züri Unterlands U-19- und das U-15-Team hatten am Qualifikationsturnier einiges mehr an Widerstand zu überwinden, um sich in umkämpften Partien gegen Volero Zürich und Rüschlikon durchzusetzen. Die U-23-Frauen hatten sich indes bereits Ende April 2018 für den ersten Teil der Schweizer Meisterschaften 2019 qualifiziert: durch ihren erstmaligen Titelgewinn. Das bisherige Abschneiden spiegelt sich denn auch in Vasi Koutsogiannakis’ Prognosen für das kommende Wochenende wider: «Mit der U-23 wollen wir den Sprung ans Final 4 schaffen und mit der U-17 am zweiten Spieltag noch mit von der Partie sein, für die anderen drei Teams dürfte das schwierig werden.»

Die Titelverteidigung in der höchsten Juniorinnen-Altersstufe hält er für möglich. Aus dem Kader des U-23-Teams, das sich heuer einzig mit Gabi Schottroff (Pfeffingen) als auswärtiger Spielerin verstärkt hat, ist lediglich Nadine Mattmann altersbedingt ausgeschieden. «Wenn wir es ans Final 4 schaffen, ist alles möglich», schätzt Koutsogiannakis, «aber dieses Wochenende fällt Paula Widmer voraussichtlich noch verletzt aus. Und ohne sie wird es schwierig.» 

Frieder Strohm verstärkt Züri Unterlands Trainerteam

Züri Unterlands Clubverantwortliche wollen sich mit den aktuellen Erfolgen nicht begnügen – und haben bereits eine wichtige Personalfrage für die nächste Saison geklärt. Weit mehr als nur als Ersatz für Thomas Schmidli, der nach dem Ende der laufenden Spielzeit aus dem Trainer-Trio des Frauen-Fanionteams ausscheiden wird, haben sie Frieder Strohm verpflichtet. Der langjährige Trainer des NLB-Spitzenteams Aadorf (bis 2017) soll wöchentlich zwei bis drei Trainingseinheiten des Unterländer NLB-Teams und im Nachwuchs leiten, wie Clubpräsident Vasi Koutsogiannakis erklärt. Strohm, aktuell als Assistenztrainer der Schweizer Frauen-Nati, Chefcoach der U-19-Landesauswahl und des Regionalen Leistungszentrums Zürich tätig, solle im VBC Züri Unterland zudem «die Federführung im Nachwuchsbereich bekommen», sagt Koutsogiannakis. «Von ihm als ausgewiesenem Experten mit dem höchsten Trainerdiplom und Bindeglied zum Verband können wir enorm profitieren.» Der 30-jährige Strohm, einst als Libero des NLA-Spitzenclubs Amriswil aktiv, wird seine Funktionen im Schweizer Volleyball-Verband Swissvolley beibehalten.

von Peter Weiss, Zürcher Unterländer.

Sponsoren