Montag, 21. November 2011, 08.30 Uhr

Ein Sonntag mit schlechter Belohnung

Florian Heidrich bei einem Kurzangriff auf einen Pass von Fabio Lunardi

Damit haben die Unterländer zwar wichtige Punkte verschenkt, zeigten dafür gleichzeitig, dass man seit anfangs Oktober Fortschritte machen konnte, die im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf zuversichtlich stimmen. Vor dem Spiel war klar, dass die Waadtländer ein starker Gegner sein würden, dem es in der bisherigen Saison gelungen ist, sich als erster Verfolger der führenden sechs Profi-Teams zu etablieren. Dennoch rechneten sich die Trainer Koutsogiannakis und Rüdisüli zumindest für einen Punktgewinn gute Chancen aus, wenn es der Mannschaft gelingen würde, eine konzentrierte und solide Leistung abzurufen.

Genau diese Vorgabe konnte denn im ersten Satz auch umgesetzt werden. Das Fanionteam war von Anfang an präsent und konnte einerseits dank stabiler Annahme und variablen Zuspiels über alle Positionen punkten. Insbesondere Diagonalangreifer Sturzenegger verwertete die aufgestellten Bälle mit gefälliger Häufigkeit und Überzeugung. Andererseits konnte Lutry am Service und am Block unter Druck gesetzt werden, weshalb das Heimteam den ersten Satz ungefährdet gewinnen konnte. Auch der Einstieg in den zweiten Druckgang glückte nach Mass, was die Gäste früh zu einem Timeout zwang. Diese Pause zeigte offenbar Wirkung: In der Folge stabilisierte sich Lutrys Annahme, was dem Passeur ein variables Spiel erlaubte, mit welchem die Unterländer bereits im Hinspiel Mühe bekundet hatten. Gleichzeitig unterliefen den ZuZu-anern vermehrt individuelle Fehler. Der Satz verlief entsprechend ausgeglichen, bis ein umstrittener Schiedsrichterentscheid das Heimteam gegen Satzende unnötigerweise aus dem Tritt brachte. Unbeirrt davon witterten die Waadtländer ihre Chance und zogen ohne grosse Gegenwehr zum Satzausgleich. Die Gäste vermochten den gewonnenen Schwung in den dritten Satz zu übertragen, in dem sie sich je länger je besser auf das Spiel der Unterländer einstellten. Letzteren gelang es leider auch mit diversen personellen Wechseln nicht, in den knappen Situationen den Turbo zu zünden, um den Turnaround doch noch zu bewerkstelligen. Der 1:2-Rückstand setzte die ZuZu-lesen sichtbar unter Druck. Man wollte unter allen Umständen verhindern, trotz guten Starts am Ende doch ohne Punkte da zu sehen. Doch genau der Beginn des vierten Satz missglückte, weshalb man stets einem Rückstand hinterher rennen musste. Für einen kurzen Moment dachte man, das Spiel könnte eine scheinbar unerwartete Wendung nehmen, als Mittelblocker Bigger das Team mit seinen Services nochmals heranzuführen vermochte. Während Lutry sich gegen Satzende aber fing und wieder konsequent und kaltblütig auftrat, agierten die Unterländer ob des Druckes verkrampft und etwas zu vorsichtig.

Schliesslich musste man sich 1-3 und damit ohne Punktgewinn geschlagen geben, obwohl die Leistung über das ganze Spiel gesehen wenigstens einen Zähler gerechtfertigt hätte. Es bleibt die Erkenntnis, dass man vom siebten Platz nicht so weit entfernt ist, wie man aufgrund der Tabelle vielleicht denken könnte. Um in der höchsten Spielklasse zu bestehen muss ein Team aber dazu fähig sein, in den entscheidenden Momenten Bestleistungen zeigen zu können. So machte sich nach dem Spiel denn auch grosser Ärger breit. „Heute hätte etwas drin gelegen!“, meinte Mittelblocker Heidrich enttäuscht.

Telegramm:
Züri Unterland – Lutry-Lavaux 1:3 (25:21, 21:25, 22:25, 23:25). Ruebisbach. – 100 Zuschauer. – Züri Unterland: Lunardi, Sturzenegger, Schatzmann, Von Deichmann, Heidrich, Gelmi – Libero: Keller, Egli. – Einwechslungen: Bigger, De Notaristefano, Hürlimann, Gahr.

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