Montag, 14. November 2011, 12.00 Uhr

Mit Licht und Schatten

Silvan Hürlimann verteidigt erfolgreich einen äusserst hart geschlagenen Ball. Foto: D.S.

Doppelte Premiere gestern Sonntagabend in der Klotener Ruebisbachhalle. Zum ersten Mal in seiner ersten NLA-Saison absolviert der Aufsteiger Züri Unterland ein Spiel über die Maximaldistanz von fünf Sätzen. Am Ende des Tiebreaks gehen die Gastgeber vor 250 Zuschauern zwar nach zwei Stunden und zehn Minuten als Verlierer vom Platz. Doch zum ersten Mal gehen sie nach einem 2:3 nicht ganz leer aus. Dank einer Regeländerung, die zum Anfang der Saison in Kraft trat, erhält im Volleyball nun auch jene Mannschaft, die eine Partie 2:3 verliert, einen Punkt, während der Sieger nur deren zwei bekommt.

Doch wie dies aus anderen Sportarten mit bekannt ist, sorgen geteilte Punkte auch für gemischte Gefühle. So sagt Züri-Unterland-Passeur Fabio Lunardi, der diesmal vor Loris de Notaristefano, seinem Konkurrenten auf der Zuspieler-Position den Vorzug erhalten hatte: «Positiv ist sicher, dass wir gesehen haben, dass wir Laufenburg ebenbürtig sind, schade nur, dass es trotzdem nicht ganz gereicht hat.» Am Ende habe doch das Quäntchen mehr an Routine den Ausschlag zu Gunsten des Gegners gegeben, der bereits zwei Jahre vor den Unterländern in die NLA aufgestiegen war. Auch die mangelnde Konstanz bemerkte Lunardi im Spiel seiner Mannschaft: «Es war ein einziges Auf und Ab.»

Packende Aufholjagden

Tatsächlich gelang den Unterländern ein Auftakt nach Wunsch. Im ersten Satz bestimmten sie die Partie. Mit druckvollen Aufschlägen setzten sie ihre Widersacher permanent unter Druck, waren in der Annahme der gegnerischen Services, im Block und der Feldabwehr stets hellwach und verwerteten ihre Angriffe konsequent. Dank einer nahezu fehlerlosen Vorstellung ging der erste Satz glatt 25:20 ans Heimteam. Doch in der Folge senkten die Laufenburger ihre Eigenfehlerquote, während die Unterländer ihre Sicherheit phasenweise verloren. So gelangen den Gästen gar Serien von sechs Punkten hintereinander – im modernen Volleyballsport eine Seltenheit. Doch die Unterländer zeigten Moral. Angetrieben vom begeisterten Publikum, setzten sie immer wieder zu Aufholjagden an. In den Sätzen 2 und 3 reichte es damit zwar nicht mehr zum Satzgewinn, doch den vierten Durchgang gewannen sie 26:24. Auch Passeur Fabio Lunardi durchlief Höhen und Tiefen. Im ersten Satz punktete er, der eigentlich dafür zuständig ist, seine Mitspieler optimal anzuspielen, mit Blocks und Finten zweimal gleich selbst. Danach fiel er ab, wurde ausgewechselt – und drehte wieder auf, als er im vierten Satz aufs Feld zurückkam.

Zu brav gegen die Topteams

Mit dem Verlauf der ersten Hälfte der NLA-Qualifikation zeigt sich Fabio Lunardi im Grossen und Ganzen zufrieden. «Wir haben uns an das höhere Tempo anpassen können», schätzt er, « auch wenn nicht immer konstant auf ganz hohem Niveau spielen, haben wir doch gesehen, dass wir gegen die unteren Teams in der Tabelle gewinnen können.» Ähnlich sieht dies auch sein Trainer Vasi Koutsogiannakis – mit einer Einschränkung: «Wir haben nur gegen die Teams, die in Reichweite liegen, auch gut gespielt, gegen die Top 6 der Tabelle mit Ausnahme des Lausanne-Heimspiels aber nicht. Dabei haben wir da ja nichts zu verlieren, da könnte man doch frech und frei aufspielen.» Ähnlich gemischt fällt sein Fazit zum 2:3 gegen Laufenburg aus: «Ich bin froh, dass wir nach dem schlechten Spiel in Näfels eine gute Leistung gezeigt haben, ärgerlich ist aber, dass wir uns entscheidenden Moment mit einfachen taktischen Fehlern selbst um den Sieg gebracht haben.»

Bericht von Peter Weiss, Zürcher Unterländer vom 14.11.2011

Züri Unterland - Laufenburg-Kaisten 2:3 (25:20, 24:26, 22:25, 26:24, 12:15). Ruebisbach, Kloten. – 250 Zuschauer. – SR Fomio/Tschumi. – Züri Unterland: Lunardi; Von Deichmann, Hürlimann, Sturzenegger, Heidrich. – Libero: Keller. – Einwechslungen: De Notaristefano; Bigger, Gahr, Lehner, Schatzmann, Gelmi. – Laufenburg-Kaisten: Heimgartner; Sutter, Juric, Jost, Malicki, Kasper. – Libero: Stadelmann. – Einwechslungen: Grgic, Essig, Durdic.

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