Montag, 05. Dezember 2011, 09.00 Uhr

Neue Halle bringt keine Überraschung

Spielten ihre Rolle als Wadenbeisser perfekt: Loris De Notaristefano (links) und Fabian Bigger (rechts) am Block.

Das Herren 1 verlor am Sonntag in Nürensdorf klar mit 0:3 gegen die Profimannschaft aus Lugano. Während sich die Gäste in den Durchgängen eins und zwei mit der Gegenwehr der Unterländer nicht gerade leicht taten, zeigten sie im Schlusssatz, weshalb sie einen Playoff-Platz für sich beanspruchen wollen.
Das Herren 1 ging zuversichtlich die die Partie, hatte man am Supercup doch bereits eine gute Leistung gegen die Südtessiner abrufen können. Mit einer ebenso guten Leistung, und mit etwas Adventsglück, würde gegen die von der Reise vorermüdeten Luganesi eine kleine Vorbescherung drin liegen – in der Form eines Satz- oder gar Punktgewinns. Entsprechend lautete die Taktik, schnell und ohne Nervosität ins Spiel zu finden. Auch für den Fall, dass man dem Gegner einige Punkte in Serie zugestehen musste, sollte die gute Stimmung aufrecht erhalten bleiben.

Die Umsetzung dieser Vorgaben glückte zu Beginn gut, über das ganze Spiel gesehen aber leider nur teilweise. In den ersten beiden Sätzen spielte die Mannschaft ihre Rolle als "Wadenbeisser" ansehnlich und ärgerte die grossgewachsenen Südschweizer immer wieder, insbesondere mit gelungenen Block- und Verteidigungsaktionen. Die Differenz zum Satzende bestand in lediglich einer bis zwei kleineren Punkteserien, die man dem Gegner zugestehen musste – ärgerlicherweise nicht bei Sprungservice-Knallern sondern bei einfachen Floatservices und trotz guter Annahme.

Gegen die starken Service von PV Lugano hatten die Unterländer oft Mühe. Manchmal mussten sie sich auch kräftig strecken wie hier Stefan Egli bei einem Netzroller.

Nichtsdestotrotz hatte man nach dem zweiten Satz das Gefühl, mit einer noch konzentrierteren Leistung und eventuell mit einem kleinen Nachlassen der Gäste könnte ein Satzgewinn realisiert werden. Der Glaube an ein solches Adventsgeschenk wurde jedoch schon zu Beginn des dritten Durchgangs zerstört, namentlich durch Marcio Sinotti und Kleist Mendonca, welche am Service enormen Druck auf die Annahme der Unterländer erzeugen konnten. Hinzu kam, dass sich die Fehler über die Diagonalposition des Heimteams häuften. Dieses Manko konnte auch über die bisher sehr effizienten Mittelblocker Bigger und Heidrich nicht mehr kompensiert werden. Nachdem die Spielfreude etwas verflogen war, musste schliesslich auch der Satz klar an die Tessiner abgegeben werden.

Die Lehren dieses Spiel sind schnell erzählt, da sie sich mit den Spielen gegen andere Topteams decken: Phasenweise gelingt es, mit dem Gegner mitzuspielen und diesen zu ärgern, wenn nicht gar zu dominieren. Diese Phasen wechseln sich jedoch allzu oft mit solchen ab, in denen das Team höchstens einen Bruchteil seiner spielerischen und mentalen Stärke nutzt. Daran ist konsequent zu arbeiten, denn mittlerweise kann die Mannschaft nicht mehr als NLA-Neuling bezeichnet werden. Hierfür bleibt der Mannschaft die Zeit bis zum Start der Playouts anfangs Februar. Bewähren könnte man sich aber bereits in den folgenden beiden Wochen, wo die schwierigen Spiele gegen Chênois und Schönenwerd anstehen.

Telegramm
Züri Unterland – PV Lugano 0:3 (19:25, 20:25, 13:25). Hatzenbühl, Nürensdorf. – 80 Zuschauer. – Züri Unterland: Lunardi, Sturzenegger, Keller, Lehner, Heidrich, Gelmi – Libero: Egli, Von Deichmann. – Einwechslungen: Bigger, De Notaristefano, Hürlimann, Gahr.

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