Samstag, 08. Oktober 2011, 08.00 Uhr

Von Homologateuren und Quick-Moppern

Die höchste Hürde für NLA-Neulinge stellt oft die sogenannte Hallenhomologation dar, sprich die Zuteilung der Heimspiel-Halle in eine von drei Kategorien. Denn: Nur in einer Halle, die zur Kategorie A gehört, dürfen NLA-Partien ausgetragen werden. Die Klotener Sporthalle Ruebisbach, in der die Unterländer regelmässig zu Hause antreten, gehört seit diesem Sommer dazu – was selbst Züri-Unterland-Trainer und Präsident Ernst Rüdisüli ein wenig erstaunte. «Ich hätte nicht gedacht, dass das so problemlos auf Anhieb klappt.»

Einen Basketballkorb abzuschrauben und die Coaching-Linie zu markieren, die Rüdisüli und sein Trainerkollege Vasi Koutsogiannakis während der Partien nicht überschreiten dürfen, waren die einzigen Auflagen der Verbands-Homologateure. Die weiteren Voraussetzungen, etwa in Sachen Hallenhöhe (sieben Meter) oder seitliche und hintere Freizonen, die mit drei respektive sechs Metern jeweils doppelt so gross sein müssen wie in einer für die NLB zugelassenen Halle, erfüllte die Ruebisbach-Halle problemlos. Für Ruebisbach-Kenner überraschend tat sie dies auch punkto Beleuchtungsstärke, sodass Aufzeichnungen von Züri-Unterland-Partien und deren Ausstrahlung im Schweizer Sportfernsehen (SSF) nichts im Wege steht.

Teure Spesen, weite Fahrten

Aus den baulichen Veränderungen in der Halle entstanden dem NLA-Neuling somit praktisch keine Kosten. Doch obwohl Ernst Rüdisülis Spieler auch weiterhin keinerlei Prämien kassieren, ist die oberste Schweizer Volleyball-Liga für Züri Unterland keineswegs gratis zu haben. So sind für NLA-Partien im Gegensatz zu jenen in der zweithöchsten Liga nicht nur zwei Schiedsrichter, sondern zusätzlich auch zwei Linienrichter vorgeschrieben – und deren Vergütung inklusive Reisespesen geht zulasten der Vereine. «Vor allem die Spesen fallen ins Gewicht, da die Schiedsrichter aus Gründen der Unparteilichkeit nicht mehr aus der Nähe kommen dürfen», erklärt der Züri-Unterland-Präsident. Dazu gesellen sich die höheren Fahrtkosten für das eigene Team. Führten die Reisen in der in eine Ost- und eine Westgruppe aufgeteilten NLB bislang höchstens einmal nach Liechtenstein zu Galina Schaan, so stehen in der NLA regelmässig Fahrten in die Genfersee-Region oder nach Lugano an. Schliesslich galt es, einen zusätzlichen Satz Trikots zu besorgen, da in der NLA nur Teams mit farblich deutlich voneinander zu unterscheidenden Leibchen gegeneinander antreten dürfen – auch diese Regel dient vor allem der Fernseh-Tauglichkeit.
Aber auch für die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Halle ist das Volleyball-Reglement besorgt: So ist in der NLA ein Speaker Vorschrift, der über Spieler und Schiedsrichter, Aufstellungen und Auswechslungen, Spielstand und Auszeiten informiert. Und während der Time-outs und Satzpausen sorgen auf den ansonsten verwaisten NLA-Spielfeldern die obligatorischen Quick-Mopper für auflockernde Bewegung. Sie kommen dann jeweils zum Einsatz, um etwaige Schweisstopfen trocken zu wischen ...

Mit vereinten Kräften

Beim Aufgleisen all dessen konnte Trainer und Präsident Ernst Rüdisüli auf vereinte Kräfte bauen. So bildete der ehemalige Kanti-Bülach-Trainer Max Werner eine Züri-Unterland-NLA-Arbeitsgruppe, die sich der organisatorischen Fragen annahm. «Zum Glück haben genügend Leute mitgemacht, die toll zusammengearbeitet haben, um das NLA-würdig hinzubekommen», sagt Rüdisüli. So konnte er sich stärker auf die Suche nach neuen Spielern – und Sponsoren – konzentrieren. Schliesslich soll Züri Unterland auch sportlich volle NLATauglichkeit erlangen. (pew)

Bericht aus dem Zürcher Unterländer von Peter Weiss

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