Sonntag, 20. November 2011, 01.10 Uhr

Zurück auf dem richtigen Weg

Der Saisonstart des Herren 2 verlief etwas holprig. Im ersten Match gegen Volley e.f.i zeigte unser Team eine äusserst durchzogene Leistung. Obschon wir phasenweise einen grösseren Vorsprung herausspielen konnten, wurde dieser oft wieder durch unnötige Eigenfehler verspielt. Ein 3:1 Sieg gegen das mit zwölf Spielern angereiste Effretikon hätte allemal drin liegen müssen, als dann aber im vierten Satz auch noch erhebliche Abstimmungsprobleme auftraten brachen wir vollends ein und konnten uns auch im fünften Satz nicht mehr aufrappeln. So resultierte aus dem ersten Spiel der Saison ein ernüchternder Punkt und die Erkenntnis, dass das eine Training, wo wir kurz die Aufstellung trainieren konnten, bei weitem nicht ausreichte um ein einwandfreies Zusammenspiel zu garantieren. Diese Abstimmungsprobleme zeigten sich dann auch im zweiten Match gegen den gegenwärtigen Leader und letztjährigen 2. Ligisten Einsiedeln. Bereits im ersten Satz sah es danach aus, als würden wir fortan einem Rückstand hinterherhinken. Gegen Ende des ersten Satzes zeigten wir aber nochmals, was wir eigentlich könnten, verkürzten auf 20:20 und entschieden den Satz gegen ein verunsichertes Einsiedeln dann gleich 25:20 für uns. Wir brauchten uns also nicht zu verstecken. In den Sätzen zwei und drei sah es dann aber aus, als würden plötzlich sechs Minivolleyballer auf dem Feld stehen, die noch nie zusammen gespielt hatten: Bälle fielen auf den Boden, Pässe flogen ins leere, Abnahmen versprangen an die Wände – es war wahrlich kein schöner Anblick und Wechselmöglichkeiten bestanden aufgrund der nur sieben anwesenden Spieler (inkl. Libero) nicht. Sang- und klanglos gingen wir mit 12:25, 8:25 und 15:25 unter.

Im ersten Auswärtsspiel in Wädenswil wollten wir es besser machen. Letztendlich schaute ein 3:2-Sieg heraus, doch auch hier hätten wir bereits im vierten Satz gewinnen müssen. Nur leider nahmen wir uns immer wieder selber aus dem Spiel durch unkonzentrierte Phasen und Abstimmungsprobleme. Man merkte deutlich, dass in letzter Zeit nur selten die gleichen Spieler in den Trainings waren, geschweigen denn einmal die Aufstellung geübt werden konnte. Hinzu kamen noch das Verletzungspech (Claude) und einige arbeitsbedingte Abwesenheiten die unsere Möglichkeiten zusätzlich begrenzten.

Match gegen den VBC Oerlikon

Mit drei Punkten aus drei Spielen auf dem Konto stiegen wir vergangenen Freitag in unseren nächsten Heimmatch ein. Unser Kader war auch diesmal wieder knapp bemessen. Zu siebt waren wir in die KZU gekommen. Der noch verletzte Claude übernahm das Coaching. Obschon der knappen Anzahl Leute und kurzfristig aufgetretenen Rückenbeschwerden bei Peter, entschlossen wir uns Luc als Libéro einzusetzen und damit volles Risiko zu nehmen, sollte sich jetzt jemand ernsthaft verletzen.

Der erste Satz startete ausgeglichen. Beide Mannschaften konnten mit ihren Angriffen punkten. Das derzeit zweitplatzierte Oerlikon versuchte im ersten Satz noch vermehrt schnell über die Mitte zu spielen. Eine solide Verteidigung ermöglichte uns aber gleichermassen die Bälle im Spiel zu halten und unsererseits Kombinationen zu spielen. In der Mitte des Satzes liessen wir aber bei den Annahmen etwas nach und Oerlikon konnte sich sukzessive einen Vorsprung erarbeiten. Wiederum hatten wir den Rückstand mehrheitlich selbst verschuldet. Es lag an uns nun konzentrierter zu spielen und so gingen wir nach unserem Timeout wieder zurück aufs Feld und versuchten den Rückstand nochmals aufzuholen – wenngleich man rückblickend kaum damit rechnen konnte. Wir spielten uns nun aber in einen regelrechten Rausch. Gionny und Max schlugen die Bälle regelmässig direkt ins Feld und Radovan stellte den Block derart gut, dass wir gleich serienweise Punkte machten und den Satz mit 25:19 doch noch gewannen. Die Stimmung in der Mannschaft war bestens und wir waren vielleicht sogar selber etwas überrascht darüber, dass wir so spielen konnten. Für einmal gab es keine Abstimmungsprobleme, gerettete Bälle wurden sicher verwertet und Res’ 1A-Pässe gnadenlos im gegnerischen Feld versenkt.

Es galt nun die positive Stimmung auch in den zweiten Satz zu übertragen und gleich von Beginn an einen Vorsprung zu erarbeiten. Erstaunlicherweise klappte auch dies auf anhieb. Solide Service und ein konsequentes Blockspiel brachten uns schnell auf einen Stand von 7:2. Doch auch hier kam plötzlich wieder eine Phase wo wir uns selber aus dem Spiel nahmen und mit ungenauen Bällen das Leben schwer machten. Pässe zu nah am Netz, Finten die wir nicht erreichten, weil wir uns nicht bewegten und zu schwach geschlagene Angriffe bauten den Gegner moralisch wieder auf und ermöglichten ihm aufzuschliessen und uns letztendlich gar zu überholen. Plötzlich lagen wir wieder drei Punkte hinten und mussten kämpfen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Oerlikon zeigte derweil eine solide Leistung und konnte ab und an mit einer Kombination punkten. Wir verhaspelten uns immer wieder und wollten den Punkt teilweise schon fast erzwingen, was aber natürlich auch nicht klappte...Bälle flogen ins Out oder tropften bei uns auf den Boden weil wir wieder am Netz in der Luft herum stocherten. Den dadurch entstandenen Rückstand konnten wir leider nie mehr richtig wettmachen. Beim Stand von 21:24 kamen wir nochmals an den Service und konnten ein paar Punkte gewinnen. Die Hoffnung wuchs, vielleicht doch noch den Ausgleich erzielen zu können. Doch auch das volle Risiko bei Dominic’s Service der etwas glücklich an der Netzkannte hängen blieb und bei Oerlikon am Netz entlang ins Feld fiel, konnte nicht verhindern, dass wir den Satz letztendlich 23:25 an Oerlikon abgeben mussten. Es stand 1:1 und das Spiel begann wieder von vorne. Wir wussten aber was wir besser machen mussten und gaben nochmals Gas.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Der dritte Satz begann gleich mit einer Konfusion als ein Spieler von Oerlikon einen Ball auf unserer Seite unter dem Netz hindurch noch rettete und heftige Diskussionen auslöste. Typsicherweise liessen wir uns durch den für uns negativen Schirientscheid kurzfristig verunsichern und kassierten gleich wieder zusätzliche Punkte. Wir konnten uns aber wieder aufrappeln und es entstand ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide Mannschaften nahmen sich regelmässig gegenseitig den Service ab und Res liess uns vermehrt die eine oder andere Kombi spielen – etwas, das wir seit der Sommerpause nur einmal kurz trainieren konnten. Doch diesmal schien uns praktisch alles zu gelingen. Gionny konnte bei Treppe oder Kreuz immer wieder ohne gegnerischen Block direkt ins Feld schlagen.

Nicht vergessen werden darf aber auch die Annahme. Diese hat sich im Vergleich zur vergangenen Saison stark verbessert und ohne die regelmässig guten Annahmen wären Kombinationen und Kurzangriffe kaum möglich gewesen. Offensichtlich hat sich das regelmässige Annahmetraining gelohnt und nicht zuletzt zeigte Luc als Libéro eine tadellose Leistung! Den dritten Satz entschieden wir so mit 26:24 für uns – ein weiterer Punkt war uns gewiss. Doch damit wollten wir uns diesmal nicht zufrieden geben. Einen fünften Satz würden wir diesmal zu verhindern wissen.

Doch wie so üblich nützten all’ die guten Vorsätze nichts. Gleich zu Beginn des vierten Satzes gerieten wir in Rückstand, weil wir wieder unkonzentriert arbeiteten und wir den Ball bei Oerlikon nicht auf den Boden brachten. Gleichsam konnte Oerlikon vermehrt über ihren Aussenangreifer punkten. Claude nahm schon früh ein Timeout und versuchte uns zu beruhigen und nicht überhastet den Punkt erzwingen zu wollen. Es gelang uns den Rückstand aufzuholen und ebenfalls einen Vorsprung zu erarbeiten – diesen gaben wir aber nicht mehr her. Wir sangen lauter, spielten präziser und schlugen härter denn je. Gleich in Serie konnten wir druckvoll über aussen angreifen und stellten den Block immer wieder an die richtige Stelle, sodass der vierte Satz bald schon eine recht klare Angelegenheit wurde und wir mit 25:18 den Match und damit den ersten 3-Punkte-Sieg erringen konnten. Es war ein tolles Spiel, eine super Stimmung, ein riesen Spass und das Resultat gibt uns Zuversicht, dass wir auch in den kommenden Spielen eine gute Leistung abliefern können, wenn wir uns denn nur entsprechend anstrengen. Wir haben uns kontinuierlich gesteigert und sind nun endlich wieder zurück auf dem richtigen Weg. Bereits kommenden Samstag haben wir die Möglichkeit dies auswärts gegen Wetzikon unter Beweis zu stellen.

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